Tag 3 – 10.09.2017 – Joshua Tree NationalPark (Teil2)

Der zweite „richtige“ Urlaubstag begann wie der Tag zuvor endete. Kein Code von British Airways. Jedoch hatte mich eine Bekannte aus einem USA Reise Forum noch in der Nacht ein wenig über Facebook wach gehalten. Sie arbeitet am Düsseldorfer Flughafen und bat mir an, am nächsten Tag beim British Airways Baggage Claim nach meinem Koffer zu fragen. Ich war über Ihre Hilfe froh – vielleicht ist es ja ein Weg der meinem Koffer endlich näher zu mir bringt ?

Tag 3 begann nicht so früh wie Tag 1. Ich schlief bis 08:00 Uhr aus, duschte gemütlich und packte meine Sachen die ich aus dem Auto mit ins Zimmer genommen hatte. Die Tagesplanung sagte mir zwar, dass ich einiges zu tun haben werde, aber dafür sollte die Zeit definitiv ausreichen. Ich packte alles zusammen und brachte die Sachen ins Auto, checkte dann im Office aus. Was ich bisher noch nicht an diesem für mich „geschichtsträchtigen“ Ort gemacht hatte, waren Fotos. Die waren somit als erstes dran.

Das schnucklige Harmony Motel erstrahlte heute toll in der Morgensonne. Das eher wechselhafte Wetter vom Vortag war vorbei – Sonne und strahlend blauer Himmel pur. Was nicht fehlen durfte waren natürlich die Fotos am Motel-Schild. Auch wenn ich das ein wenig vergeigt habe – U2 standen damals auf der anderen Seite des Schildes – sind ein Paar coole Fotos entstanden. Nach ein bisschen Lightroom Arbeit gefiel mir die Colorkey Variante in Schwarz/Weiß und dem roten Schild am besten.

Wie einst U2 - naja, oder so ähnlich...
Wie einst U2 – naja, oder so ähnlich…

Zum Vergleich U2 – damals vor 30 Jahren auf der richtigen Seite des Hotel Signs. Hier die Facebook Seite des Harmony Motels. Anway…ich war zufrieden und happy.


Aber auch in Farbe konnte sich das ganze sehen lassen. Ein Paar Wolken am Himmel wären schön gewesen, der Schatten der Büsche war auch nicht ganz ideal für gute Fotos. Aber naja, wir wollen ja nicht meckern. Hinter der „BigHorn Sheep“ Statue war übrigens die Cabin, die ich für die vergangene Nacht bekommen habe. Deutlich größer als ein normalen Zimmer, geeignet für mind. 4-5 Personen inkl. Küche.

Es war bereits kurz vor 10 Uhr. Ich spurtete mich also ein wenig. Fuhr in Twentynine Palms noch rasch einkaufen, einen Salat, ein Sandwich und ein Paar Bierchen für den Tag, ebenso einen Beutel Eis für den Cooler. Dann ging es schleunigst in den Park. Der Ranger am Entrance begrüßte mich wieder „oh ? second day ? that’s unusual„. Ja… gut Ding braucht Weile ! Ich wollte ja schließlich noch mehr vom Park sehen. Eine Wiederholung von 2014 sollte es schließlich nicht werden.

Da ich mich bereits im Osten des Parks gestern umgesehen habe und auch schon einen Teil der Parkmitte erkundigt hatte (Split Rock Trail), war nun der Rest dran.

  • Skull Rock
  • Hall Of Horrors
  • Cap Rock
  • Barker Dam
  • Hidden Valley
  • Ryan Ranch

…und als krönenden Abschluss: Die Übernachtung auf dem Jumbo Rocks Campground 🙂

| Skull Rock Trail

Zunächst ging es aber schnurstraks zum Skull Rock. Ich hatte geplant einen Teil des Skull Rock Trails zu laufen. Der Trail führt direkt zum Jumbo Rock Campground. Der Skull Rock selbst ist ein skuriler Felsen dessen Form an einen Schädel erinnert (Augen, Form usw.). Man benötigt schon ein wenig Fantasie, aber er ähnlich schon einem Schädel 😉 Ich parkte den Tahoe am Skull Rock Trailhead und lief direkt die Felsen hoch. Den Skull Rock sieht man bereits von der Straße – ich ließ ihn jedoch zunächst links liegen.

Gegenüber geht es in den Trailhead, der zum Split Rock Trail mündet.

Die vielen Yucca Palmen machten sich wirklich prächtig bei diesem herrlichen Wetter. Die Farben der Büsche, Bäume und Sträucher kamen heute erst richtig zur Geltung. Direkt hinter dem Skull Rock gibt es eine wunderbare Felslandschaft die zum Klettern  und Bouldern einlädt. Mich jedoch nicht. Ich bin da eher unbegabt und wohl auch zu schissig 🙂 Aber ich habe einige Leute gesehen die hier ihrer sportlichen Kreativität in den Felsen freien Lauf ließen. Ich schaute dagegen weiter oben nach tollen Spots für schöne Fotos, ohne größeres Risiko zu gehen.

Ich lief in das kleine „Valley“ seitlich vom Skull Rock hinein um zu schauen ob ich vielleicht zu dem Felsen mit dem Loch (s. vorheriges Bild) gelangen kann. Leider fand ich keinen sicheren Weg den ich auch wieder zurück geschafft hätte. Aber dennoch machte es richtig Spaß hier über die Felsen zu kraxeln. Ich hatte mit meinen Synthesis GTX Schuhen von LaSportiva wirklich super Halt auf den sehr rauen Felsen. Anders als in Utah, denn hier im Joshua Tree liegt auf den Felsen kein Sand. Man hat sehr guten Grip. In Utah ist ein rauer Fels noch kein Anzeichen dafür dass man auch sicheren Halt hat.

Ich begab mich aber nach der kleinen Kraxeltour zurück auf den eigentlichen Trail zum Jumbo Rock Campground. Ganz wollte ich den Trail nicht laufen, da der nächste Halt bereits der Campground selbst sein sollte. Hier wollte ich später mein Glück versuchen um eine Campsite für die Nacht zu finden. Doch zunächst ging es von den Felsen runter in auf eine kleine Sandpiste.

Kurz nach diesem „Wash“ ging es dann aber direkt wieder ein Paar Meter die Felsen hinauf. Die Sonne stand recht prall am Himmel und die Temperaturen waren definitiv anders als gestern. Mit bereits 33° Celsius um ca. 11:30 Uhr war es deutlich unangenehmer zu wandern. Es war anstrengend. Aber – es machte immer noch Spaß…und wie ! Ich war relativ alleine hier auf dem Trail. Insgesamt kam mir nur ein Pärchen und eine 5-köpfige Familie entgegen. Aus 2016 wusste ich aus schmerzlicher Erfahrung, wie voll es in Nationalparks derzeit werden kann. Schmerzlich ? Ja… denn das Gewusel der vielen Leute bereitet einem schon Kopfschmerzen. Ja, ich weiß…. „du bist doch auch ein Tourist, du bist Teil des Problems“. Das ist mir schon klar. Ich bin aber sehr zurückhaltend in meiner Art – weder aufdringlich oder laut. Sondern sehr ruhig und zurückhaltend. Was nicht heißen soll dass ich mit niemandem in Kontakt komme…. aber es gibt gewisse Reisende die stets und überall auffallen, egal ob in ihrer Anzahl oder mit ihrer schier unüberhörbaren Geräuschkulisse.

Der Joshua Tree Park ist im Gegensatz zu anderen Parks ein Idyll in dem man sich wirklich wohl fühlen kann. Er gehört eben nicht zu den Big Five…oder Big Ten Parks. Im Gegenteil, weit abgeschlagen ist der Joshua Tree National Park von den wirklichen Big Playern. Wer sich die Statistik gern ansehen möchte, kann dies unter folgendem Link tun: Statistik des NationalParkService zu den Besucherzahlen in 2016 

Achtung: ihr müsst im Report nach „National Park“ filtern. Es werden in der Liste auch Monumente wie z.B. das Lincoln Memorial oder die Golden Gate Bridge (National Recreation Area) geführt, einzelne Touri-Orte in Städten die meist noch mehr Besucher anziehen als die National Parks.

Hier ein kleiner Auszug aus den Top 11 National Parks aus dem Jahr 2016:

Park
Rank
Recreation Visits
% of Total
Great Smoky Mountains NP
1
11,312,786
13.65%
Grand Canyon NP
2
5,969,811
7.20%
Yosemite NP
3
5,028,868
6.07%
Rocky Mountain NP
4
4,517,585
5.45%
Zion NP
5
4,295,127
5.18%
Yellowstone NP
6
4,257,177
5.14%
Olympic NP
7
3,390,221
4.09%
Acadia NP
8
3,303,393
3.99%
Grand Teton NP
9
3,270,076
3.94%
Glacier NP
10
2,946,681
3.55%
Joshua Tree NP
11
2,505,286
3.02%
Quelle: NPS Service statistics (s. Link oben)

 

Wie ihr seht taucht der Joshua Tree National Park mit „nur“ 2.5 Millionen Besuchern in 2016 erst auf Platz 11 auf. 2015 stand man noch mit 2.05 Mio Besuchern auf Platz 12. Der Platz an sich ist aber nicht das interessante, sondern die Steigerung innerhalb eines Jahres um knapp 500.000 Besucher. Auch im Vergleich zum Vor-Vor-Jahr 2014 kamen in 2015 rund 500.000 mehr Besucher. Das Gesamtbild seit 2010 ergibt eine Steigerung von 1.434.976 Mio auf 2.505.286 Mio, eine Steigerung um 74 %.

 

Und dennoch steht man doch sehr sehr oft alleine im Park oder auf den Trails auf denen man sich befindet.

Ich liebe diese Yucca Palmen !

Hier war dann aber Schluss. Ich lief zurück zum Skull Rock – die zweite Flasche Wasser hatte ich bereits geleert. Gegessen hatte ich heute noch nichts. Das holte ich dann am Skull Rock nach. So richtig happy war ich mit den Lichtverhältnissen nicht. Die Seite wo man die „Augen“ der Schädels erkennt lag im Schatten (das Gesicht des Rocks) und die Sonne stand hoch über ihm. Nicht wirklich ideal. Die kleine Pause im Schatten des Skull Rock tat ganz gut. Ich aß einen Apfel und einen der Mini-Muffins die ich mir in kleinen Mengen in den Rucksack einpackte. Kleine feine und süße Naschereien für zwischendurch.

Ich hatte nun genug vom Skull Rock und Umgebung und ging zurück zum Auto. Im Auto musste ich zunächst die Klimaanlage anschalten und den Wagen ein Paar Minuten laufen lassen bis ich mich reinsetzen konnte. Die Ledersitze des Tahoe waren verdammt heiß geworden. Ich genehmigte vor dem Wagen noch eine eiskalte Cola. Das Eis in der Kühlbox hatte es bei den Temperaturen nicht leicht. Aber die Getränke waren schön kalt.

 

| Jumbo Rocks Campground

Am Jumbo Rocks Campground suchte ich knapp 20 Minuten nach DER Campsite für die Nacht. Ich wollte nicht irgendeinen Platz. Daher fuhr ich zwei ganze Runden über den großen Campingplatz (Link zur Übersicht: Jumbo Rocks Campground Map). Zum Schluss fuhr ich noch eine Runde durch den Ring rund um Nummer 20-25. Eigentlich hatte ich mich bereits für Nr. 17 festgelegt. Plötzlich entdeckte ich etwas auf einem Felsen. Genau danach hatte ich gesucht. Ich schaute ob eine der Nummern in diesem Ring frei war …ich entschied mich rasch für die Nr. 22.

Was ich sah ? Nun, einen speziellen Spot den viele Fotografen aufsuchen. Man nennt den Ort auch „Lone Juniper & Balanced Rock“.

Der Blick über den Campground war vielversprechend. Unten sieht man meinen Tahoe stehen.

 

Ich füllte den Schein für die Campsite Reservierung aus, steckte die $15 in den Umschlag und warf ihn am Eingang zum Campground in die Box. Da ich aber ja abends noch lange genug hier sein würde, fuhr ich zunächst weiter. Ich war auf der Suche nach den beiden riesigen Joshua Trees. Dort hatte ich 2014 bereits Fotos gemacht und mich mit den Bäumen in Szene gesetzt …das musste dieses Jahr auch wieder sein.

Ich war mir nur noch dessen bewusst, dass sie noch vor dem Jumbo Rocks Campground zu finden sind, d.h. ich musste weiter Richtung Westen fahren.

Man sieht den großen schon von weitem an der Straße stehen. Direkt gegenüber ein riesiger Joshua Tree mit einer mächtigen Krone. 2014 war ich im Visitor Center und unterhielt mich damals mit einem Volunteer Ranger. Ein rüstiger alter Mann, bereits weit im Rentenalter, der sich freiwillig hier im Park engagierte. Ich hörte dem Mann fasziniert zu, da er mir viel über den Park erzählte und mir auch sein privates Fotoalbum zeigte, u.a. Bilder von Schlangen und Scorpionen.

Er fragte mich damals woher ich sei. Dass ich aus Deutschland kam wollte er aufgrund meines sehr guten Englisch nicht glauben. Ich zeigte ihm meinen Reisepass und er schüttelte mit dem Kopf. Ein sehr netter Mann. Er erzählte auch davon als er damals in Deutschland stationiert war als G.I. und dass er seine damals zukünftige Ehefrau kennen lernte. Sie verstarb 2011 und er entschloss etwas zu tun, denn alleine zu Hause zu sitzen, das wollte er nicht. Eine 3/4 Stunde ging wieim Fluge vorbei. Sein noch sehr junger Ranger Kollege hörte damals auch amüsiert zu.

Jedenfalls wusste ich von diesem Herrn von den beiden Joshua Trees. Ich suchte also danach und fand sie…so auch heute.

Inspector Very Long und sein Assistent Rather Short

Auf der anderen Straßenseite stand wie gesagt der Baum mit der riesigen Krone. Ob nun dieser Joshua Tree die weltweit größte Krone hat, weiß ich nicht. Eine größere Krone ist mir im Park jedenfalls nicht aufgefallen. Aber bei den Millionen an Joshua Trees ist das natürlich auch schwer zu prüfen. Aber der lange Joshua Tree im oberen Bild ist definitiv der größte auf der Welt.

Näher heran an den Baum konnte ich nicht da einiges herum lag wo sich Spinnen und co. hätten verstecken können. 2014 konnte ich mich an den Baum anlehnen.

 

Ich tobte mich fotografisch noch eine Weile aus.

Wer von euch liebt auch solche Straßen-Bilder ? *handheb*

| Hall Of Horrors

Danach ging es aber auch schon weiter, zunächst zur „Hall Of Horrors“….anschließend zum Cap Rock Trail. Der Trail führt (wie hier fast überall) um Felsen herum. Ein kleiner schnuckeliger Trail von knapp 0.6 Km. Hall Of Horrors dagegen ist ein Gebiet prädestiniert für Kletterer. Hier gibt es auch offizielle Felsen die zum Klettern und Bouldern freigegeben sind. Leider ist es hier wenig spektakulär. Zwischen die Felsen bin ich nicht gelaufen. Ich wusste zwar dass es hier einen kleinen Slotcanyon durch die Felsen gibt, aber irgendwie war mir nicht danach. Ich blieb also auf dem vorderen Wanderweg und machte nur einen kleinen Loop und ging zum Parkplatz zurück. Richtig imposant waren jedoch die beiden Joshua Trees die nicht nur mit den Wurzeln sondern auch mit der Krone den Boden berührten und einen tollen Bogen bildeten.

Schön gebogen der Baum – tot ist er noch lange nicht. Die Joshua Trees können in der Form noch etliche Jahre dahinvegetieren ohne wirklich zu „sterben“.

 

| Cap Rock Trail

Die 0.6 Km am Cap Rock Trail gingen auch schnell vorbei, auch wenn ich immer mehr die Mittagshitze zu spüren bekam. Die Klimaanlage im Auto ließ ich mittlerweile aus, da die heiß/kalt Unterschiede zu krass waren. Ich ließ die Seitenfenster unten, der Fahrtwind kühlte gut genug.

Ein wenig schmunzeln musste ich als ein junges Pärchen hinter einem riesen Felsen herkam …SIE irgendwie peinlich berührt lächelnd, ER hastig mit der Hand an der Hose und am Gürtel rumfummelnd. Aaaaahja. Da muss man nicht all zu sehr mathematisch begabt sein, 1+1 zusammen zählen reicht 🙂 Die beiden sprachen spanisch….und sputeten sich auf mich ein Paar Meter Distanz zu schaffen.

Sieht doch aus wie ein Schildkrötenkopf, oder ?

Ganz toll fand ich die drei nachfolgenden Spots. Der geneigte Joshua Tree (wie eine Palme im Sturm), dann der gebogene Doppel-Tree. Und darunter ein wenig die Spielerei mit der Tiefenschärfe am Baum, auch wenn das Toilettenhäuschen am Trailhead nicht gerade das aller schönste Hintergrundmotiv ist 🙂

Ich liebe es ! Trotz Toiletten-Häuschen 🙂

| Barker Dam Trail

Ein sehr kurzweiliger aber dennoch schöner Trail. Den Barker Dam Trail wollte ich heute genauso wenig auslassen. Schon 2014 ärgerte ich mich ihn nicht gelaufen zu sein. Ob der Regen von gestern den Trail ruiniert hat ? Nein ! 🙂 Ok, es stand an wenigen Stellen am Trailhead und auf dem Trail ein Wasser, was jedoch leicht umlaufen werden konnte.

Vor mir ein Pärchen, ansonsten bewegte ich mich recht allein auf dem Trail in Richtung Barker Dam.

So richtig sprang bei mir aber nicht der Funke über. Die Wanderung an sich ist schön, der Barker Dam eher enttäuschend. Ich glaube ich hatte irgendwie mehr erwartet. Aber… es war immerhin richtig schön grün um den Damm herum. Wie in einer kleinen Oase. Da sich entlang des Trails keinerlei Möglichkeit ergab sich im Schatten ein wenig auszuruhen, ging ich nach einigen Fotos direkt weiter auf dem Rundweg. Man kommt direkt hinter dem Damm in eine schöne flache Ebene mit vielen Joshua Trees.

Eine kleine Oase in der Wüste – Barker Dam

Nach wenigen Minuten kommen zwei Points of Interest mit Tafeln und kurz darauf ein Felsen mit Petroglyphs. Ich bin kein großer Fan von Steinmalereien von Ureinwohnern oder Cowboys aus der „guten alten Zeit“. Sowas ist eher etwas für Historiker. Anschauen tut man es sich natürlich schon wenn man mal da ist. Aber es gibt spannenderes in meinen Augen, z.b. Dinosaurier-Tracks 😉 Die gibt es hier im Joshua Tree National Park jedoch nicht…zumindest habe ich keine gefunden, geschweige dass mir welche bekannt wären. Der Trail war auch schon relativ schnell zu Ende, nach gerade einmal 1.5 Meilen (2.41 Km).

 

| Hidden Valley

| Hidden Valley Picnic Area

Vorletzte Etappe für heute sollte dann das Hidden Valley werden. Dort war ich bereits 2014. Jedoch hatte ich hunger und machte an der Hidden Valley Picnic Area Pause. Leider kommt man so schlecht wieder aus der Hüfte wenn man sich erst einmal hingesetzt hat und im Schatten anfing zu entspannen….Apfel, Sandwich und eine Coke. Zwischen den Picnic Plätzen kann man durch die Felsen ins dahinter liegende Valley gelangen. Hier gefiel es mir richtig gut. Der Himmel und die Wolken passten richtig gut zu dem Rest am Boden.

Hidden Valley Picnic Area

Knapp 20 Minuten lief ich umher und schaute auch hinter die vielen Felsen. Zwischen einigen der größeren Exemplate könnte man auch herrlich in kleinere Höhlen klettern. Die Ungewisstheit, welches Getier hier im Schatten auf mich warten würde, hielt mich aber meist davon ab in eine der kleinen Höhlen vorzudringen. Ja, ich weiß…ich Weichei 🙂


Jetzt hieß es dann aber langsam sputen. Den Hidden Valley Trail wollte ich ja noch laufen – und ich wollte nicht in der Dunkelheit zum Campground fahren und dort dann alles für die Nacht vorbereiten – das wollte ich definitiv im Hellen erledigen.

| Hidden Valley Trail

Der erste Teil des Hidden Valley Trails ist zunächst recht langweilig. Erst nach der Hälfte, als der Rundweg wieder Richtung Parkplatz verläuft, wird es interessant. Hier sind bei wirklich gutem Licht mit die besten Bilder des Tages entstanden. Wolken verdeckten immer häufiger die Sonne, somit konnte ich besser mit indirektem Licht arbeiten.

Yucca Yucca Yucca.

 

Hier unten im Hidden Valley fand ich es absolut großartig. Eine kleine Pause gönnte ich mir als die Wolken die Sonne einige Minuten verdeckten. Es war sofort etwas angenehmer und nicht mehr so heiß. Aber ich war ja für jeden Sonnenstrahl dankbar, aber Schatten tat auch ganz gut. Zwei Tage Regen und Wolken hintereinander wäre hier in der Wüste ja auch mächtig Pech gewesen. Meine Arme waren nach 2 Tagen nun schon schön rot, trotz ausreichend Sunblocker. Da ich ja noch keine anderen Klamotten hatte, lief ich in meiner langen schwarzen Wanderhose umher – die heizte sich in der Sonne entsprechend extrem auf. Kein Zuckerschlecken 🙂

Joshua Trees, Yuccas und Blumen im Hidden Valley. Ein Traum !

 

Endlich hatte ich auch das Glück ein Paar Lizards (Eidechsen) vor die Linse zu bekommen. Die kleinen die ich bisher gesehen habe waren so flink, dass ich kaum die Chance hatte mit der Kamera schnell genug zu reagieren. Die großen hier im Hidden Valley sonnten sich gemütlich in der Sonne und ließen sich nicht stören. Sehr brav !

Am Himmel fiel mir dann eine schöne filigrane Wolke ins Auge. Ok…ob Wolke oder Kondensstreifen eines Flugzeugs, das konnte ich nicht genau sagen. Aber der Schwung war richtig schön. Einmal als Panorama und einmal normal aufgenommen.

Die geschwungene Wolke am Himmel tat es mir an. Gerade hüllte eine Wolke das Valley in Schatten. Wundervoll !

 

Der dicke Lizard hier im Bild saß auch sehr gemütlich auf einem Felsen in der Sonne, ich konnte ihn einige Male schön ablichten bevor er dann doch das Weite suchte als noch andere Leute um die Ecke kamen und Schatten auf den Fels warfen.

Kurz bevor man sich auf die letzten Meter zum Trailhead / Parkplatz begiebt kommt man noch an diesem Joshua Tree vorbei. Dieses Motiv findet man häufig im Internet – das Bild dient hin und wieder Werbezwecken. Schön dass ich es auch so toll festhalten konnte.

Am Auto brauchte ich zunächst eine Flasche Wasser. Ich kam trotz der vermehrten Schatten im Valley doch ganz schön ins Schwitzen auf dem 1.1 Meilen langen Trail (1.78 Km), dabei überwindet man gerade einmal 24 Höhenmeter. 1 Stunde 10 Minuten brauchte ich für den Trail mit ausgiebiger Zeit für Fotos. Eine letzte Etappe sollte es noch werden, die Ryan Ranch. Zunächst fuhr ich aber auf die andere Seite der Kreuzung zum Intersection Rock. Ziemlich langweilig. Das einzig interessante war der grüne Dodge Challenger neben mir.

Zweimal American Horsepower nebeneinander.

 

Am Ryan Ranch Trailhead wurde es auch erst einmal langweilig. Der Weg zur alten Ranch ist letztlich nur eine Sandpiste die durch Joshua Trees und Büsche führt. Es geht stehts leicht bergauf auf dem Hinweg, zurück entsprechend leicht bergab. Insgesamt ist der Trail 0.8 Meilen lang, (1.28 Km), Höhengewinn nur 15 Meter.

Für heute hatte ich dann aber genug. Es war 18:00 Uhr. Ich fuhr zum Jumbo Rocks Campground um meinen Tahoe „bettfertig“ zu machen. Hier ein kleiner Einblick in mein Hotel für die nächste Nacht. Es war ein riesen Akt alles im Auto so zurecht zu ordnen dass ich Nachts bequem schlafen konnte. Ich hatte extra eine Doppel-Matratze gekauft, sie passte ganz gut. Eins weiß ich – nie wieder Handpumpe ! Nächstes Mal kaufe ich die 12V Elektro-Pumpe und erspare mir das Muskeltraining am späten Abend.

Die Aktion dauerte eine Weile – dann war aber alles soweit perfekt. Ich baute noch meinen Camping Stuhl am Picnic Tisch auf und bereitete mein Abendessen vor (Salat und Nachos mit Dip). Zuvor musste ich aber noch, bevor es dunkel wurde, den Balance Rock und den Juniper Tree fotografieren. Deswegen hatte ich ja diese Campsite mit der Nr. 22 ausgewählt.

Es wurde dann Zeit für ein wenig Entspannung um den Abend ausklingen zu lassen. Ich setzte mich in meinen Stuhl und genoss mein Essen. Nach dem langen Tag tat das wirklich gut. Ein kaltes Corona und eine Cola gab es dazu. Rasch wurde es dunkler. Neben mir parkte dann plötzlich ein schöner alter VW Bully. Wow 🙂 Genial. Nostalgie – natürlich konnte ich nicht widerstehen.

Das Zelt vor meinem Picnic Tisch gehörte zwei Jungs als North Carolina. Wir kamen schon kurz ins Gespräch als ich vom Juniper / Balanced Rock zurück kam. Die beiden machten ein Feuer an. Was dann mit zunehmender Dunkelheit über mir passierte war unfassbar. Ich saß in meinem Stuhl, schaute immer wieder zum Himmel. Alle 10 Minuten merkte man wie sich die Sterne vermehrten …es wurde stock dunkel.

Immer wieder schaute ich mit meiner Petzl Stirnlampe nach Scorpionen oder Spinnen. Zum Glück hielten die sich zurück, ich konnte keine um meinen Picnic Tisch herum ausfindig machen. Gerade die hellen „weißen“ Scorpione hier im Joshua Tree sind im hellen Kies/Sand schwer zu erkennen. Spotify lief…der Boss, Bruce Springsteen mit seinem „The River“ Album. Es fühlte sich alles sehr richtig an…sehr frei.

Irgendwann gegen 21 Uhr baute ich mein Stativ auf. Da ich vergessen hatte mein Objektiv auf manuelle Fokussierung zu stellen, musste ich versuchen auf das Feuer der beiden Jungs zu fokussieren, was ganz gut klappte. Ich fing an die Sterne und vor allem die Milchstraße über mir mit Langzeitbelichtungen aufzunehmen. Auf dem Display sah alles schon super aus. Ich war total happy und hoffte innigst dass die Fotos wirklich so gut geworden sind wie sie auf dem kleinen Display den Anschein machten. Durch das Feuer von Eric und Bryan wurden es für mich einmalige Fotos… eine grandiose Stimmung und Atmosphäre.

Die Setlist in Spotify sprang vom Boss um auf U2’s „The Joshua Tree“. Ich wechselte aber direkt von Song Nr.1 „Where The Streets Have No Name“ auf Nr. 7, „In Gods Country„.

***

Desert sky
Dream beneath a desert sky
The rivers run but soon run dry
We need new dreams tonight

Desert rose
Dreamed I saw a desert rose
Dress torn in ribbons and in bows
Like a siren she calls to me

Sleep comes like a drug
In God’s country
Sad eyes, crooked crosses
In God’s country

***

U2 – In Gods Country

 

Momente der Glückseligkeit auf dem Jumbo Rocks Campground

 

Völlig geflasht ging ich noch einmal hoch zum Balanced Rock. Eric war dabei auch seine ersten Gehversuche im Fotografieren der Milchstraße zu machen. Ich half ihm bei den Einstellungen, er wusste nicht was er machen muss. Nachdem wir noch rasch sein Objektiv gewechselt hatten und er die Einstellungen von mir übernahm, konnte er die ersten Ergebnisse mit seiner Kamera kaum glauben. Er sprang mir fast um den Hals vor Freude 🙂 Ich ließ ihn weiter mit den Einstellungen spielen und ging zum Balanced Rock.

Dort traf ich auf ein junges Pärchen aus München. Wir kamen ins Gespräch. Elisa fuchtelte ein wenig mit Ihrer Taschenlampe herum um die Einstellungen an ihrer Kamera vorzunehmen – dabei entstand ein geniales Fotos.

Als ich soweit genug hatte und mir meine Foto-Ausbeute reichte, kamen wir nochmals ins Gespräch. Daraus entstand ein wunderbarer Abend bei den beiden an ihrem Picnic Tisch. Wir redeten bis ca. 0 Uhr über unsere Reisen und Gott und die Welt. Sehr dankbar war ich über 4 Bierchen die die beiden mir spendierten. Die 4 Bier spürte ich aber auch ganz schön die Nacht über – ich vertrage nichts mehr 🙂

Ein wunderbarer Tag…und wunderschöner Abend mit netter Gesellschaft ging zu Ende. Wir verabschiedeten uns und gingen jeweils unsere Chevi Tahoe’s zum schlafen. Es war zwar leider nicht im Zelt…es war nur in einem großen geräumigen Auto. Es war auch kein Luxus, kein 4-5 Sterne Hotel.

 

Es war ein 5 Millionen-Sterne Hotel 🙂

Desert sky
Dream beneath a desert sky
***

 

 

Die Eckdaten zum dritten Tag:

Zurückgelegte Distanz Auto:

Start: Harmony Motel (29 Palms)
> Skull Rock Trailhead
> Jumbo Rocks Campground
> Halls of Horrors
> Cap Rock Trailhead
> Barker Dam Trailhead
> Hidden Valley Trailhead
> Ryan Ranch Trailhead
> Jumbo Rocks Campground
—————-
38 Meilen = 61.2 Km

 

Zurückgelegte Distanz zu Fuß:

Skull Rock Trail: ca. 0.9 Meilen
Jumbo Rocks Campground: ca. 0.1 Meilen
Hall Of Horrors: 0.33 Meilen
Cap Rock Trail: ca. 0.41 Meilen
Barker Dam Trail: 1.5 Meilen
Hidden Valley Trail: 1.1 Meilen
Ryan Ranch Trail: 0.8 Meilen

Jumbo Rocks Campground: ca. 0.2 Meilen

—————-
5.34 Meilen = 8.6 Km

 

Ausgaben:

Salat – $4.99
Sandwich – $4.95
Corona 6 Pack – $8.99

Jumbo Rocks Campground – $15

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