Tag 02 – 11.05.2018 – Route 66 And The Irish Boys

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Route 66

Immer dieser Zwiespalt wenn man einen langen Flug hinter sich hat. Man wirft sich hundsmüde ins Bett, ist froh dass man endlich eine weiche Matratze hat und sich ausstrecken kann nach dem langen Flug… und dann liegt man dennoch die halbe Nacht (oder länger) wach im Bett und kann nicht schlafen. Wer kennt das nicht ? So ging es zumindest mir. Laut Thomas habe ich mächtig geschnarcht. Nur komisch dass ich ihn auch ziemlich laut hab schnarchen hören. Tsja, wer hat nun wohl länger und besser geschlafen ? Route 66

Um 5:30 Uhr war ich bereits “wach” – es ging einfach nichts mehr. Gemächlich machten wir uns fertig, da wir heute ein wenig aus Nevada heraus fahren wollen. Las Vegas kennen wir beide schon zu genüge, von daher gab es hier keine Optionen für uns. Ich muss aber auch erwähnen dass ich die beiden Tagen in Las Vegas geplant hatte, somit stellte ich meine Interessen in den Vordergrund. Thomas hat es mir glaube ich nachgesehen.

Auf nach Arizona

Nachdem wir fertig mit der morgendlichen Pflege waren ging es als allererstes an die nächste Tankstelle. Getränke hatten wir zwar, aber leider nichts was einem Frühstück gleich käme. Somit ging es danach zum nächstgelegenen Walmart. Orangensaft und diese großen belegten Baguettes (diese riesigen und echt guten aus der Kühltheke). Aus dem östlichen Teil von Las Vegas ging es über die 515 und 93 zum Lake Mead, genauer gesagt über die herrliche Brücke am Hoover Dam. Da wir den Dam bereits kannten, fuhren wir gerade aus daran vorbei. Unser Ziel für heute war die Route 66. Ich wollte nach 2014 unbedingt noch einmal die tollen alten Autos und Gebäude sehen und den Kult der Route 66 spüren.

Es war herrlichstes Wetter für einen solchen Ausflug von Las Vegas aus. Auch heute war es nicht so heiß wie erwartet, was die Sache deutlich angenehmer machte.

Kingman

Knapp 2 Stunden waren wir unterwegs bis wir in Kingman am Locomotive Park ankamen. Zuvor fuhren wir kurz ab nach Chloride. Da sich das Örtchen aber zu etwas anderem entpuppte als wir erwarteten, fuhren wir direkt weiter. In Kingman stiegen wir das erste Mal aus. Die alte Lokomotive steht direkt vor einer Schule in einem kleinen grünen Parkstück – nicht zu verfehlen direkt an der Route 66.

Die alte mit kohle betriebene Dampflok wurde 1928 gebaut. Die Steam Engine #3759 wurde 1957 der Stadt Kingman als Denkmal vermacht nachdem die Lok nach über 2.5 Millionen Meilen ihren wohlverdienten Ruhestand antreten durfte. 2.5 Millionen Meilen – steht man vor der Lok überlegt man wie viel das sein könnte. Nun, es wäre rund 104 Mal um die Erde, oder etwas mehr als 5 Mal zum Mond und wieder zurück. Unvorstellbar ! Nach einigen Fotos und dem Inspizieren der Führerhauses ging es dann schon weiter.

In Kingman selbst fanden wir bei der Fahrt schon einige Dinge die uns interessieren würden. Aber es ging zunächst raus aus Kingman auf der Route 66 nach Osten.

Hackberry General Store

Und zwar genau zum Hackberry General Store. Eines der tollsten kleinen Dinge die man entlang der Route 66 in Arizona entdecken kann. Schon 2014 war ich hier als ich vom Grand Canyon meinen Weg über die Route 66 nach Palms Springs nahm. Schon damals war ich begeistert – die vielen alten Autos, der “heruntergekommene” und auch irgendwie dieses Flair.

Hackberry General Store
Hackberry General Store

Der 1934 erbaute, heutige General Store ist eine tolle Gelegenheit für die Route 66 Besucher um ein interessantes und historisch angehauchtes Päuschen einzulegen. Früher, als in der Gegend rund um Hackberry der Silberrausch boomte, war der General Store für die Versorgung des rasch wachsenden gleichnamigen Örtchen Hackberry gedacht. Erst als die Historic Route 66 vermehrt die Touristen anzog diente der Store auch derer Versorgung mit Benzin und allerlei Verpflegung. 1978 wurde der Store jedoch geschlossen da die I-40 als Zwischenstück zwischen Flagstaff und Kingman diente und die doch eher langsame Fahrt über die Route 66 umgangen werden konnte. Anfang der 90er Jahre wurde der Store vom Künstler Bob Waldmire aus Chicago übernommen wurde. Aber erst nach dem Verkauf an die Familie Pritchard gab dem Store den heutigen Touch und die vielen alten Gegenstände. Sie übernahmen ‘Hackberry’ 1998.

Das tolle am Store – man kann soweit es geht frei herumlaufen. Direkt am Parkplatz findet man direkt vor sich einige alte Autos die hier schön in der Sonne Arizonas dahinrosten. Ja, es ist faktisch Müll, aber Müll kann so schön sein ! Fotografisch konnte ich mich bereits bei den Autos austoben. Im “Hinterhof” findet man noch einige ältere Dinge und eine größere offene Werkstatt. Auch hier sind viele tolle Sachen ausgestellt und mit ein Paar Schaufensterpuppen nett ins Szene gesetzt. Die Anzahl der Autos ist nicht ganz zu überblicken, denn es macht nicht den Anschein dass man so einfach auf dem kompletten Gelände frei bewegen sollte, es ist immerhin noch ein Privatgrundstück.

Hackberry General Store - Zapfseule
Hackberry General Store – Zapfseule

Vor dem Store stand 2014 noch ein ganz toller als roter Flitzer, ein Corvette Cabrio. Dieses wurde leider entfernt. Über die Jahre hat sich auch der Store an sich gewandelt. Es gibt Sitzmöglichkeiten und Tische für die vielen Touristen die hier tag täglich aufschlagen. Immer wieder sieht man hier größere Biker-Gruppen die hier auf ihrer Route 66 ihre Päuschen einlegen. 2014 konnte ich sogar mit einer Gruppe sprechen die sich die Harley’s gemietet hatte und eigentlich aus der Nähe von Hamburg kam. Rund 20 Bikes standen damals vor dem General Store.

Links vom Store konnte ich mich erneut mit der Kamera austoben – man findet immer wieder tolle Dinge. Während ich noch total beschäftigt war, war Thomas schon wieder am Päuschen machen. Im Store findet man, wie sollte es anders sein, alles was das Route 66 Merchandising-Herz begehrt. Ich konnte es mir nicht verkneifen ein Paar Kleinigkeiten zu kaufen.

Hackberry General Store - Just chillin'
Hackberry General Store – Just chillin’

Hackberry General Store Galerie

 

Mittagessen im original Diner

Es war nun schon rund 13 Uhr und der Hunger kam auf. Von Hackberry ging es zurück nach Kingman, hier hatten wir bei der Vorbeifahrt (in der Nähe der Lokomotive) bereits einen tollen Diner gesehen. So ganz war die Entscheidung aber noch nicht getroffen, wir schauten was ich auf der Strecke so ergab. Was uns aber direkt ins Auge fiel war dann diese tolle Hauswand. Da konnten wir nicht anders als aussteigen und Fotos machen. Leider waren es Einzelfotos, somit musste ich ein wenig faken.

Photo Session an einer Hauswand mit Flagge
Photo Session an einer Hauswand mit Flagge

Nach der kurzen Fotosession ging es weiter. Ich hielt mich schön an die Geschwindigkeit, Thomas verdrehte bereits seine Augen und summte leicht genervt vor sich hin. Nein ! Ich fahre nicht schneller, ich will kein Knöllchen ! In Kingman angekommen war die Wahl dann relativ klar. Mr. D’z Route 66 Diner …wie erwähnt in der Nähe der Lokomotive. Puh, es war ganz schön voll hier. Nach einem wirklich leckeren Hotdog und …na klar, mit einer Dr. Pepper… waren wir erst einmal zufrieden und satt. Ich bin nicht so der Fan von diesem typisch amerikanischen Essen. Da bin ich wirklich eher der Burger-Typ. Aber…dieser Hotdog war echt lecker. Das was sicherlich nicht der letzte … Ein bisschen kitschig war das Diner ja schon, alles in Türkis und Pink gehalten. Aber es hatte seinen Charm.

Mr. D'z Route 66 Diner
Mr. D’z Route 66 Diner
ungeduldiges Warten auf die Hotdogs...
ungeduldiges Warten auf die Hotdogs…

 

Zurück nach Nevada

Eigentlich wollten wir noch nach Oatman, dieses kleine verschlafene Minenstädchen in der Nähe von Kingman, dort wo man die vielen Esel auf der Straße sieht. Aber – die Zeit war nicht unser Freund. Es war ein wenig viel für diesen Tag und so entschieden wir uns nun wieder Richtung Las Vegas zu fahren – einen großen Zwischenstopp sollten wir ja ohnehin noch auf unserer Liste haben. Zunächst fuhren wir aber nach Lauglin, Nevada. Nun dieser Stopp war nun nicht gerade nötig. Wir schauten lediglich beim Schaufelradampfer Colorado Belle Casino vorbei und kehrten dann wieder um.

 

Joshua Tree - einer von vielen am Straßenrand
Joshua Tree

In Laughlin waren es 99 Fahrenheit, rund 37 Grad. Brütend heiß ! Von Laughlin fuhren wir weiter Richtung Nevada 95. Was uns auf dem “Teilstück” dann erwartete war grauenvoll. Das war eindeutig die längste Baustelle meines Lebens ! Nach knapp 62 Meilen (!!!) ging es endlich aus der unsäglichen Baustelle rechts ab, zum Nelson Ghost Town.

 

Nelson Ghost Town

Nelson Ghost Town, ein Ort an dem ich mich stundenlang austoben könnte ! Doch wie kam es eigentlich zu unserem Besuch ? Wie er wähnt wollte ich nicht stur in Las Vegas bleiben sondern bereits am ersten Tag raus aus der Stadt. Da Thomas nicht so der “Wanderer” ist, entschieden wir uns dann für die Fahrt nach Arizona um einige dieser Orte abzuklappern. Und nach meiner Recherche im Internet stolperte ich über dieses wunderbare Ghost Town.

Nelson Ghost Town - Schrott oder Kunst ?
Nelson Ghost Town – Schrott oder Kunst ?

Jedoch, und dessen sollte man sich bewusst sein, ist es kein Ghost Town wie man es vielleicht aus dem Bodie Historic State Park kennt, den ich 2014 lieben gelernt habe. Im Vergleich zu Bodie, was wirklich eher “naturbelassen” die Historie des Ortes wiederspiegelt, ist Nelson eher ein absolut touristisch geprägtes und inszeniertes Sammelsorium toller alter Häuser, Autos und Gegenstände. Doch nicht alles was in Nelson zu sehen ist, ist original aus Nelson. Nelson wurde 1775 gegründet – es gibt das Örtchen Nelson und die dazugehörige Mine, beides im sogenannten Eldorado Canyon zu finden. Die Minen waren von 1858 bis 1945 in Betrieb, natürlich wie so oft, ging es auch hier um Gold. Nelson war einer der Hauptorte für das Schürfen von Gold in Nevada.

Angekommen im Ghost Town sieht man direkt ein Schild “Visitors please subscribe in office“. Nelson kostet ein wenig Geld, was aber kein Problem darstellt. Für 2 Stunden bezahlen wir 10 Dollar und können uns frei bewegen. Jedoch muss jeder Gast der sich im Ghost Town bewegen will auch einen Haftungsausschluss unterschreiben. Grund hierfür sind die Gefahren die hier lauern, unter anderem die hohe Anzahl an Klapperschlangen die jährlich gesehen und gefunden werden. Der Inhaber zeigte uns einige Fotos von richtigen “Brummern”…da wurde mir kurz mal ganz anders ! Aber ok – Vorsicht walten lassen ist ja auch nie verkehrt.

Nelson sieht anfangs eher nach einem Schrottplatz aus. Denn hier wird nicht einfach nur das gesammelt, was vor 100 Jahren schon da war. Nein, man findet hier auch viele Dinge aus vergangenen Zeiten die nicht ihren Ursprung hier im Nelson Mining Town hatten. Das macht aber dafür das Sammelsurium so interessant. Ich war hin und weg und legte sofort los unzählige Fotos zu machen. Leider hatten wir aber nicht einmal die 2 Stunden Zeit für die wir bezahlt haben. Im Gegenteil, wir hatten Zeitdruck da wir noch Abends etwas großes vor hatten.

Toll war die Kombination aus alten Gebäuden des Ghost Town und den alten Autos. Für diesen Ort war es ideal meine Festbrennweite am Morgen aufgeschraubt zu haben. Das Spiel mit der Unschärfe hat richtig Spaß gemacht. Über eine Schlange bin ich dann aber am Ende doch nicht gestolpert…wäre ja mal interessant gewesen!

Liebe zum Detail - Nelson Ghost Town
Liebe zum Detail – Nelson Ghost Town

Nelson Ghost Town Galerie

 

Las Vegas

Nun hieß es aber zügig nach Las Vegas. Es war bereits nach 17 Uhr. Zum Glück kamen wir nicht in den Stau. Wir tankten in Henderson den Wagen voll und fuhren danach ins Hotel um uns kurz frisch zu machen. Kurz darauf ging es aber wieder weiter. Denn es warten ja noch die Irish Boys ….tadaaaaa…. U2 auf uns. Also…nicht direkt auf uns beide…aber irgendwie schon ! 🙂 U2 spielen heute und morgen in der T-Mobile Arena mit ihrer eXPERIENCE & iNNOCENCE Tour. Dieses Mal ist der Experience Part dran, 2015 waren U2 mit dem “Songs Of Innocence” Album auf Tour.

Der Weg vom Hotel zur Arena ging schnell von der Hand. Man kann wunderbar durch das New York New York Hotel abkürzen. Vor der Halle war bereits einiges los. Wir mussten am Box Office noch unsere Tickets abholen, daher auch der Zeitdruck was die Tour nach Arizona anging.

T-Mobile Arena
T-Mobile Arena

Um 20:15 Uhr ging die Show dann endlich los. Unsere Plätze…naaajaa, solala – recht weit oben. Der Sound dagegen war recht gut. Die Show war es auch. Da ich aber kein Freund des aktuellen Albums bin und mir die meisten Songs nicht gefallen, war es insgesamt eher einer der schwächsten Shows meiner – ach..hatte ich erwähnt dass das heute mein 30. U2 Konzert war ? 🙂 Ja, es war eher eines der schwächeren der 30 Konzerte .

Ein Foto zum Jubiläum
Ein Foto zum Jubiläum

Nach dem Konzert ging es wieder aufs Hotelzimmer. Ich wollte eigentlich noch ein wenig fotografieren, hatte aber irgendwie keine Lust mehr nochmals raus zu gehen. Wir ließen den Abend mit Bierchen und Chips ausklingen.

 


Die Daten zu diesem Tag

gefahrene MeilenLas Vegas -> Kingman -> Hackberry - Kingman -> Laughlin -> Nelson Ghost Town -> Las Vegas325 Meilen (521 Km)
gelaufene MeilenHackberry Ghost Town
Nelson Ghost Town
Diverse
1.2 Meilen (1,9 Km)

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