Tag 14 – 21.09.2017 – Wirepass – Buckskin Gulch

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Das war bisher die beste Nacht im Zelt. Es war angenehm von den Temperaturen her, ich hab wie ein Bärchen geschlafen…und der Morgen war auch herrlich. Ich wurde zwar durch die Helligkeit früh wach, aber es was bestes Wetter für einen weiteren tollen Tag. Heute sollte es schließlich zum Wirepass – Buckskin Gulch gehen. 2016 bin ich ja bereits vom White House Campground aus in den Paria River hinein gelaufen, schaffte es aber nicht bis zur Buckskin Confluence, was mich damals tierisch ärgerte. Aber etwas mehr als 7 Meilen one-way bei späten Start war dann eine schlechte Kombination für diese Wanderung.

House Rock Valley Road

Heute möchte ich daher über den Wirepass Slot Canyon in den Buckskin für einige Meilen laufen…4 Stunden hinein, 4 Stunden hinaus…so der Plan. Ich hatte schon abends alles nötigt eingepackt – alles lag bereit. Nun musste nur noch die House Rock Valley Road befahrbar sein. Und…naja…ich fuhr hin, und wie schon vor einem Jahr als ich zu der Paw Hole fuhr, wurde es am Buckskin Wash recht knifflig. Aber mit AWD und der Bodenfreiheit des Chevrolet Tahoe ging das ziemlich gut. Und wieder versuchten es Leute mit normalen PKWs….mutig ! Vom Campground aus sind es ca. 13 Meilen bis zum Trailhead der gemeinsam für Wirepass und The Wave benutzt wird. Von hier aus starten beide Hikes.

Wirepass – Buckskin Gulch

Ich parkte am Wirepass Trailhead und schnappte den Rucksack, warf das Geld für den Self-Permit ins Register und ging los. Zunächst läuft man recht einfach aber langweilig im weiten Wash des Wirepass entlang. Rechts zweigt nach knapp 900 Metern der Trail zur Wave den Hügel hinauf ab. Ich ging natürlich gerade aus weiter im Wirepass.

Rund 20 Minuten lief ich bis ich dann schon vor dem Wirepass Slot Canyon stand.

Wirepass Slot Canyon
Wirepass Slot Canyon

Na das sah doch schon mal gut aus. Ein Slot Canyon mit tollen Wänden, genau nach meinem Geschmack. Ich war heilfroh endlich im Slot zu sein denn die Sonne war echt ziemlich penetrant. Es ging einige Meter tief in den Canyon hinein. Am Eingang liegen einige große Wacker die man umlaufen muss…danach wird es im Canyon selbst aber nicht mehr so schlimm.

Die Wände des Canyons leuchteten hier und da richtig schön…

Nicht all zu viel Zeit verging und ich kam an die Stelle von der ich vorher bereits im Internet gelesen habe….dieser Dropoff über einen recht wackeligen und leichten Baumstamm. Das Lichte schien hier direkt rein, daher ist das Foto recht schlecht geworden…

Wirepass Slot Canyon - Dropoff
Wirepass Slot Canyon – Dropoff

Ich schaute wie ich da runter kommen könnte. Ein wenig bange war mir schon. Bei meinem Gewicht auf diesem doch recht “dünnen” Ast… wenn da was abbricht und ich die 2.5 Meter hinunter rausche…das endet nicht gut. Zumal ich unten definitiv bescheiden aufgeschlagen wäre da Felsen und Steine am Boden lagen die u.a. auch zum Hinaufklettern benutzt werden müssen. Ich überlegte mal wieder hin und her. Mir war das zu viel Risiko. Ich wusste von einem “ByPass” mit dem man diese Stelle hier umlaufen kann – wo der ByPass war wusste ich aber nicht, ich müsste also danach suchen. In meiner App war der ByPass leider nicht nicht eingezeichnet. Ich ging also wieder zum Eingang des Slots…. dort kam mir ein junges Pärchen entgegen. Ich erzählte von dem Dropoff… sie meinten sie würden es probieren. Ok…das schaue ich mir mal an, vielleicht weiß ich ja dann wie ich das Hindernis überwinden kann.

ER…Marc war recht fix unten. Schlank, sportlich… für ihn kein Problem. Seine Freundin Charleen schickte mich sogar noch vor. Ich gab meinen Rucksack runter… setzte mich vor den Baumstamm auf die Kante damit ich mit dem Bein weit genug runter reichte…ließ mich kurz sliden…hatte dann Halt auf dem dünnen Baumstamm. Wacklig war es dennoch. Auf dem Ast drehte ich mich dann rum und kletterte rückwärts hinunter. Und schon war es geschafft. Hey…gar nicht so schwer.
ABER…ohne jemanden der den Ast von unten hält, ist weder der Weg runter noch hoch wirklich angenehm und sicher.

Charleen kam dann auch runter, ich hielt ihren Rucksack. Als wir alle unten waren quatschten wir erstmal kurz und machten Fotos. Als wir so 2-3 Minuten am schwätzen waren kam noch ein älteres Paar an die Stelle …die Frau war auch eher skeptisch. Aber wir halfen wieder und somit konnten beide auch hinunter. Auch mit ihnen kam ich ins Gespräch. Wir liefen dann zu fünft weiter.

Die Wände des Slots glühten regelrecht. Einige Meter weiter war es wiederum ein eher ruhigeres Farbenspiel, dafür wechselten die Farben sich ständig ab. Es war richtig schön. Ich lief mit meiner Kamera und dem Stativ. Nutzte das Stativ als “Wanderstock”… das machte das laufen hier im Slot nicht ganz so einfach… die Gefahr bestand dass mir das Stativ zwischen die Beine kommt und ich mich gekonnt auf die Fresse lege.

Ist man erstmal durch den ersten Teil des Slots durch weitet sich der Canyon unten man steht mitten in den prallen Sonne. Hier…muss wohl der Bypass runter kommen von dem Angela erzählt hat. Trotz des anfänglichen Bammels am DropOff war ich aber doch irgendwie froh da runter gegangen zu sein und nicht außen rum. War ja schon irgendwie cool…. wie gesagt…ohne Hilfe ist die Stelle eklig da der Baum nicht gerade viel wiegt und sich daher bewegt. Mit der Hilfe war es dann quite easy. Nicht wirklich lang ist diese Passage des Canyons und man kommt wieder in einen Slot Bereich. Da ich immer wieder Fotos machte waren Marc und Charleen mir ein wenig enteilt.

Diese Passage gefiel mir auf Anhieb noch viel besser als vorher beim DropOff. Die Farben waren echt wahnsinnig schön. Hier fiel auch weniger direktes Licht in den Slot was es bedeutend besser machte.

Aber auch dieser Slot ist nicht wirklich lang, ehe man sich versieht steht man dann schon am Ende des Wirepass und erreicht die Alcove und die Wirepass/Buckskin Confluence, dort wo der Buckskin und der Wirepass aufeinander treffen. Ich lief mittlerweile mit dem anderen Pärchen ..die anderen beiden waren schon direkt an der Confluence angelangt.

Ende des Wirepass
Ende des Wirepass
F8 || 1/13sek. || ISO 200 || @ 12mm

Rechts ging es danach weiter in den Buckskin Gulch hinein. Es wurde ein wenig ruppiger…und matschiger. Es lagen einige große Felsen herum zwischen denen sich Wasser gesammelt hatte und es dadurch immer noch mächtig schlammig war. Ein Stück weiter türmten sich dann schon die hohen Buckskin Wände vor uns auf und wir stießen wieder zu Marc und Charleen.

…und was wir sahen war dann….tsja… damn water ! Wir standen vor einem Pool. Ich ging ganz nah heran und schaute ob man erkennen konnte wie tief es ist. Marc… in seinem noch jungen Leichtsinn, nahm einen dicken und großen Stein und war ich so rund 6 Meter vor mir ins Wasser.

Buckskin Gulch - der tiefe Pool
Buckskin Gulch – der tiefe Pool
F8 || 1/3sek. || ISO 200 || @ 12mm

…der Stein versankt mit einer Wucht im Wasser…und das Wasser das verdrängt wurde spritzte im hohen Bogen nach oben. Oha…der Stein war komplett weg. Die Fontaine war locker 3-4 Meter hoch…ich bekam ein wenig Wasser ab da ich zu nah am Pool stand. Und kaum war das Wasser aufgescheucht verspürte mein Rüssel so ein wenig Gemüffel. Die Brühe war recht miefig, stand wohl länger als das Wasser damals im Little Wild Horse Canyon. Auch Fliegen tummelten sich in dem Brackwasser.

Es lagen hier zwar dicke Wacker vor und nach dem Pool, aber der Pool selbst schien recht ausgewaschen zu sein, sich also in einer Mulde gebildet haben. Wir schauten uns gegenseitig an …Charleen wollte da nicht durch. Sie hatte keine anderen Schuhe. Marc meinte noch “ach komm, Barfuß”… die älteren beiden hatten es schon für sich selbst kategorisch ausgeschlossen. Tsja…und ich hatte als ich an meinen Rucksack griff dann auch gemerkt dass ich die Wasserschlappen zwar an den Karabiner gehängt hatte…aber den Karabiner nicht an den Rucksack. Hätte also auch barfuß oder mit den Schuhen hindurch gehen müssen.

Hm…etwas verärgert entschied ich mich auch dagegen. Aber hey…vll. gibts ja im Buckskin am anderen Ende der Confluence besser Chancen. Wir gingen zusammen rüber in den anderen Teil. Keine 50 Meter zwischen Felsen kamen wir an eine recht ähnliche Stelle …wobei die fast noch tiefer aussah da es eh ein wenig bergab ging vor dem Pool. Mich alleine durchkämpfen, darauf hatte ich nun auch keine Lust … und entschied mich zum Parkplatz zurück zu laufen. Durch das Laufen auf den vielen großen Steinen spürte ich meinen Knöchel wieder. Es war unangenehm da man nie so richtigen Halt auf den Steinen hatte und der Knöchel sich ein wenig verdrehte bei jedem Schritt.

Wir kamen zur Stelle mit dem Baum…nun ging es hinauf. Erst Marc…dann Charleen die die Sache mit einem lockeren “wenn ich es nicht allein packe soll ich ihr an den Arsch packen und sie hoch drücken” recht lustig machte. Danach war ich dran…mein Problem war, dass man von unten vom Stein einen wirklich großen Schritt auf den Baum machen muss. Es war also ein wenig knifflig – sogar mehr als runter. Aber dann zog ich mich am Baum bei und nach oben, während Marc den Baum von oben festhielt. Geschafft ! Den anderen beiden halfen wir natürlich auch.

Der Weg bis zum Wagen war lustig, wir unterhielten uns wunderbar über unsere Reise und was wir noch so alles machen wollen. Marc und Charleen hatten ihren Wagen vor dem Buckskin Wash geparkt da sie sich sie sich nicht trauten durch den Wash zu fahren. Ich meinte “hey…springt einfach rein wenn wir am Parkplatz sind, ich nehme euch mit zum Buckskin Wash”. Das sind immerhin 4 Meilen auf der staubtrockenen House Rock Valley Road… dankend nahmen sie das Angebot an…am Wagen holte ich drei Wasser aus der Kühlbox…das tat uns allen ganz gut. Die anderen beiden hatten sich bereits verabschiedet.

Ich fuhr mit den beiden vor zum Wash und ließ sie raus. Ich dachte aber ich könnte nochmal beim Buckskin Trailhead vorbei schauen und zu Edmaiers Secret laufen. Ich schnürte am TH dann einfach wieder die Schuhe. Es war nun mächtig heiß geworden…in praller Sonne lief ich im Buckskin ca. 1 Meile…eher ich umkehrte. Eine Mischung aus angetrockneten aber zerbröselnden Schlamm und unheimlich vielen Steinen lag im Flussbett… mein Fuß machte sich noch mehr bemerkbar und mir wurde einfach zu heiß. Ich drehte auch hier um. Vielleicht sollte man es auch nicht unbedingt herausfordern ?!

Ich war recht enttäuscht vom Tag bisher…hätte eig. gerne so 4-5 Meilen im Buckskin gemacht um danach umzukehren. Aber das ging gehörig in die Buchse… ich blieb eine Weile im Auto sitzen, ruhte mich ein wenig aus. Mir ging einiges durch den Kopf…aber so richtig konnte ich mich nun nicht mehr durchringen. Ich entschied mich nach Kanab zu fahren, zumal ich vorhin meine letzten 3 Flaschen Wasser verbraucht hatte und auch noch etwas zu essen brauchte.

Von Kanab nach Paria

Nach dem Einkaufen ging es zurück nach Paria, ca. 30 Minuten brauchte ich länger. Auf einem Teilstück zwischen Kanab und Paria war eine Baustelle mit Stop and Go…also, Fähnchenmann. Ich stand rund 10 Minuten in der Schlange… und nutzte dann einfach mal die Gelegenheit und stieg aus, diesen Ausblick mit den Wolken am Himmel und den Schatten fand ich echt toll. Statt 39 Minuten (google mops) brauchte ich fast eine volle Stunde bis Paria. Als ich an der Copper Cloud Ranch wieder ankam sortierte ich meine Sachen ein wenig und schaute ob das Office besetzt war.

Toadstool Hoodoos

Für den Abend dachte ich mir “ach komm, mach noch irgendwas”. 2016 hatte ich sie komplett ausgelassen, bewusst, da ich es nicht so sonderlich interessant fand. Ich korrigiere meine Meinung nun nachträglich zu den Toadstool Hoodoos ! Ich fuhr rüber zum Trailhead…von der Ranch aus vll. 2.5 Meilen. Es war sehr windig. So recht zuversichtlich war ich wegen der Kamera nicht, denn mir peitschte schon am Parkplatz ganz feiner Sand entgegen. Ich packte noch rasch einen Gefrierbeutel ein als Schutz für die Kamera ein.

Der Weg bis zu den Hoodoos ist ca. 1 km lang und führt durch einen Wash. Dem kann man gerne ständig folgen…die meisten kürzen aber ab und laufen auch durch das Grasland zwischen den Schwüngen des Washes. Schon recht nah an den Hoodoos machte ich einen Blick zurück Richtung Parkplatz.

Rund 8 Personen waren hier oben anzutreffen…eine Gruppe junger Mädels und eine Familie. Ganz allein war ich also nicht, aber es war ok. Nur das Gegickel der Mädels war ein wenig zu laut und nervig.
Ich schaute mich erstmal um. Ein größerer Teil der Hoodoos lag bereits im Schatten. On Top kamen aber auch ziemlich dicke und auch düstere Wolken die die Sonne immer wieder verdeckten. Einen tollen Sonnenuntergang konnte ich heute also leider nicht erwarten. Das Weiß und Braun der Hoodoos ist echt eine tolle Kombination. Fängt man dann noch das Grün der Büsche mit im Bild ein gibt es tolle Kontraste.

Tag14 - 2017-tag14-hitrr-036-20170921.jpgKurz vor der hohen Felswand (oben auf ihr findet man auch noch einige Rimrocks (meist weiße – der Weg ist länger und beschwerlicher)) fand ich dann dieser schneeweißen Dünen, die konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich kniete mich in den Sand …und zack kam ein Windstoß.

Ihr könnt euch ausmalen was ich neben dem Abendessen heute noch so zum kauen hatte…. Generell war der Sand so fein dass ich mich immer wieder mit dem Rücken zum Wind drehte um die Kamera rasch zu schützen. Da sich noch immer Leute um DEN Haupthoodoo tummelten schaute ich mich lieber noch ein wenig weiter um. Personen wollte ich nicht auf dem Foto haben…

Endlich waren die anderen Weg bzw. schauten sich alles andere an… nun hatte ich freie Bahn. Ich schaute nach guten Blickwinkeln. Das kleiner leichte Stativ hatte keinen wirklich guten Halt bei dem Wind, hätte besser das größere mitnehmen sollen.

Meine beste Position hatte ich nun gefunden und ich schnallte mal rasch den ND Filter auf um Langzeitbelichtungen zu machen. Durch den Wind stand das Stativ nie hundert % ruhig …merkt man ein wenig an der Schärfe.

Am Ende stand dann dieses schöne Foto hier:

Toadstool Hoodoos
Toadstool Hoodoos
F13 || 10sek. || ISO 200 || @ 12mm

Danach hatte ich genug…die Sonne ging langsam hinter den Wolken weg, das gute Licht war futsch. Ich lief also wieder zum Auto und fuhr dann zum Campground. Am Campground wurde es dann farblich doch nochmal schön, was mich ein wenig ärgerte  aber was solls….

Heute gab es Tomaten-Reis und ein belegten Baguette mit Salat und Hähnchenbrustschnitzel.

(Smartphone Fotos):

 

Die Nacht war sehr sehr windig …wirklich Ruhe hatte ich nicht…aber naja. Da es morgen bereits wieder sehr früh losgehen sollte, ging ich auch bei Zeiten ins Zelt.

Die Eckdaten zum vierzehnten Tag:

Zurückgelegte Distanz Auto:

Copper Cloud Ranch
Wirepass Trailhead13 Meilen
Kanab46.5 Meilen
Copper Cloud Ranch42.5 Meilen
Toadstool Hoodoos Trailhead2.3 Meilen
Copper Cloud Ranch2.3 Meilen
Gesamt106.6 Meilen (171 Km)

 

Zurückgelegte Distanz zu Fuß:

Wirepass Buckskin Gulch3.73 Meilen
Buckskin TH1 Meile
Toadstool Hoodoos1.37 Meilen
Gesamt5.7 Meilen (9.2 Km)

 

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