Tag 16 – 23.09.2017 – Von Paria zum Grand Canyon

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Zwei Tage gönnte ich mir in Paria, eigentlich waren zunächst 3 volle Tage geplant, aber Pläne ändern sich und manchmal aus ganzen bestimmten Gründen. Daher ließ ich heute den Yellow Rock an der Cottonwood Canyon Road aus und machte mich von der Paria River Ranch aus auf den Weg zum Grand Canyon South Rim.

Von Paria nach Page

Dies war also die letzte Nacht in Paria. Es war wieder eine sehr stürmige Nacht, das Zelt wurde ordentlich durchgeschüttelt… aber es war in Ordnung. Ich machte mir da keine großen Gedanken dass ich mit dem Zelt weggeweht werde  Am späten Abend kam eine Gruppe Leute hinzu die noch in der Dunkelheit ihre Zelte aufbaute. Ich half ein wenig mit. Es war so rund 23 Uhr. Dass ich mir am Morgen aber anhören musste “du schnarchst wie ein Grisly” war dann ein wenig frech wie ich fand. Die Damen in der Gruppe hatten wohl nicht ganz so gut schlafen können wegen mir.
Nachdem ich am Morgen mein Zelt abgebaut hatte huschte ich noch kurz unter die Dusche…danach ging es auch direkt los. Die Paar Meilen von Paria nach Page gingen fix von der Hand – es war schön den Lake Powell wieder zu sehen. In Page wollte ich im örtlichen Restaurant mit dem gelben “M” frühstücken und nach 3 Tagen nun auch wieder mal schauen wie es so um die Welt steht, Stichwort “Wifi”. Das Frühstück tat ganz gut, der Orangensaft ebenso.

Leider musste ich dann feststellen dass es am Grand Canyon gerade jetzt an diesem Wochenende knackig kalt werden soll. Davor die Tage war es 12 grad nachts….Nach meiner Abreise vom Grand Canyon sollten Laut Vorhersage die Temperaturen auch wieder über 10 Grad nachts ansteigen. Ja herrlich ! Läuft bei mir. Das unschöne war, dass die Temperaturen bis auf 0 Grad Celsius hinunter gehen sollen. Dafür war ich eindeutig nicht vorbereitet. Zelten konnte und wollte ich bei vorhergesagten Temperaturen nicht mehr. Es hieß also wieder im Auto schlafen. Aber selbst für eine Nacht im Auto war ich nicht wirklich gut gerüstet. Nachdem ich das Frühstück hinter mir hatte ging es zum Walmart, eine lange Jogginghose und eine Wollmütze kaufen – sicher ist sicher. Dicke Socken hatte ich zum Glück eingepackt für solche Fälle.

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Chaos am Antelope Canyon
F8 || 1/640sek. || ISO 200 || @ 27mm

Mir fiel dann ein dass ich ja mal beim Canyon X vorbeischauen könnte und so die Zeit nutzen könnte. Ich fuhr also Richtung Antelope Canyon. Was allein HIER um 10 Uhr schon los war, war fürchterlich. Am Canyon X …sollte es nicht viel besser sein, noch bevor ich den Parkplatz erreichte sah ich die ganzen Autos und Leute…und wendete direkt. Nee ! Das geb ich mir nicht. Selbes Bild ergab sich dann am Horseshoe Bend. Ich fuhr einfach weiter…das wollte ich mir nun alles nicht antun.

Von Page zum Marble Canyon

Ich hatte 2016 kurz das Vergnügen vom fahrenden Bus aus den Marble Canyon zu sehen. Leider konnten wir damals nicht anhalten, denn es war der Bus der mich und viele andere von Lee’s Ferry nach Page bringen sollte. Ich hatte damals an einem wirklich unglaublich lustigen und schönen Tag mit vielen netten Menschen an der Rafting Tour teilgenommen. Der Hauptteil des Marble Canyon liegt auf der Westseite des Colorado River – um hier her zu kommen muss man von Page aus gut eine Stunde mit dem Auto fahren. Auf dem Weg dort hin fährt man durch tolle Navajo Land und kommt sogar an der Navajo Bridge vorbei die sich weit über den Colorado River spannt. Zuvor bekommt man aber auf dem Weg zur Navajo Bridge einige einmalige Ausblicke über den nördlichen Teil des Grand Canyons. Hier musste ich den Wagen parken und einfach mal die Aussicht genießen.

Navajo Bridge

Kaum an der Navajo Bridge angekommen und ausgestiegen wurde ich von Navajo Damen angeschwätzt, ich solle doch meiner Frau eine handgemachte und mundgeklöppelte Kette kaufen. Ja …nee ist klar. Ich hätte sagen sollen dass sie mir erstmal eine Frau beschaffen sollen, dann könne man über ne Kette reden 🙂 Die Brücken sind schon recht imposant, aber jetzt nicht so das absolute Highlight. Ich lief auf der Fußgängerbrücke bis zur Hälfte um einige Fotos zu machen. Wesentlich besser als die Brücke war dafür der Grand Canyon und der Blick auf den Colorado – das ist einfach nur der Wahnsinn !!!

Marble Canyon

Nach der Brücke geht es nach rechts weiter Richtung Lee’s Ferry. Man sollte hierfür entweden des America The Beautiful Pass besitzen, oder man muss leider teures Geld zahlen. Es gibt nur die Option für 7 Tage und die kostet dann direkt $25 pro Auto, selbst wenn man lediglich für 20 Minuten in das Gebiet fahren möchte um Fotos zu machen. Mit dem Nationalpark Pass kommt man aber ohne Probleme hinein – den muss man ja eh kaufen wenn man einen oder mehrere Nationalparks besucht (jedenfalls ist es wirtschaftlicher als jeden Park einzeln zu zahlen).

In der Nähe von Lee’s Ferry stehen einige Balanced Rocks welche auch mein Ziel waren, denn diese riesigen Felsen sind phänomenal. Da sieht man mal wie klein wir doch sind…naja…der weniger, ich mehr 🙂

Balanced Rock im Marble Canyon
Balanced Rock im Marble Canyon F9 || 1/80sek. || ISO 200 || @ 12mm

Nach etlichen Fotos ging es nach rund 30 Minuten weiter und wieder zurück über die Navajo Bridge, denn von hier aus geht es dann über die I-89 AZ hinunter zum Grand Canyon South Rim. Die Fahrt war toll, denn die Landschaft war toll. Laut Musik aufgedreht, die Weite und den Asphalt genossen.

Grand Canyon South Rim

Desert View Tower

Knapp 1 Stunde 45 Minuten fährt man von der Navajo Bridge bis zum ersten Haltepunkt am Grand Canyon South Rim, dem Desert View Tower. 2014 auf meiner ersten Reise hatte ich den noch ausgelassen …um genauer zu sein hatte ich alle Viewpoints östlich vom Grand Canyon Village ausgelassen, da ich zunächst in mein Hotel wollte um einzuchecken. Leider hat das dann alles zeitlich nicht mehr geklappt und ich so musste ich alles auslassen.

Heute fuhr ich daher alle Viewpoints direkt an ohne zuerst nach Tusayan zu fahren. Aber auch dort musste ich heute noch hin, denn meine Tanknadel neigte sich allmählich gegen 0. Es war heute ein Samstag – und so traf mich auch der Schlag als ich am Desert View Tower Parkplatz ankam. Oha ! Der Desert View Watchtower wurde 1932 gebaut und bietet einige tolle Ausblicke, sowohl von der Besucherterrasse als auch von oben aus dem Turm heraus auf rund 21 Metern.

Desert View Tower
Desert View Tower 
F9 || 1/250sek. || ISO 200 || @ 16mm

Herrlich. Der Grand Canyon. Ein Ort den ich schon immer mal besuchen wollte, schon als ich noch jünger war und große Reisen noch nicht so meine Leidenschaft wurden wie jetzt. Der Grand Canyon war aber so eine Sache die ich unbedingt in meinem Leben sehen wollte. Da gibt es so einige…Machu Picchu, den Uluru in Australien oder auch das Icefield Parkway in Kanada.

Bisher hatte ich nur von oben das Vergnügen, den Grand Canyon bewandert habe ich nicht – also zumindest was Höhenmeter angeht. Bright Angel oder South Kaibab Trail würden mich aber schon reizen. Aber ich muss eines relativieren – so richtig – also – so richtig richtig habe ich mich nicht in den Grand Canyon verliebt. Das ging mir 2014 schon so, und das geht mir nun auch so. Warum? Es gibt eine relativ kurze Erklärung: Ich war im Canyonlands.

Manche mögen jetzt aufspringen und erzürnt sagen …”aber ….?!!??!”. Ja so ist das mit den Geschmäckern. Klar – der Grand Canyon ist die Mutter aller Canyons – das ist unbestritten. Aber die Weite des Canyonlands, speziell Island In The Sky und Dead Horse Point State Park hat mich deutlich mehr beeindruckt. Da ist mehr hängen geblieben. Manch einer mag sagen “du hast den Grand Canyon ja nie richtig erlebt”…ja, das mag sein – daran mag es auch liegen. Ich denke nur vom Rim Trail aus ist der Grand Canyon halt auch nur der Grand Canyon – und eben nicht dieses Erlebnis den Canyon auch in seiner Tiefe bewandert und erlebt zu haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden !

 

Navajo Point, Lipan Point, Moran Point und Grand View Point

Vom Tower, wo ich noch einige Postkarten und Briefmarken kaufte, denn ich hatte einigen Freunden eine Karte versprochen, ging es weiter zum Navajo Point und danach zum Lipan Point, Moran Point und Grand View Point. Welches Foto nun genau wo entstand ist ein bisschen knifflig herauszufinden.

Recht auffällig waren die vielen Deutschen denen ich über den weg lief. Aber selbiges dachten die wohl auch alle 🙂 Mit ein Paar Leuten kam ich ins Gespräch da hier auch viele fragen ob man ein Foto von denen machen könnte – und so kommt man doch meist auch kurz ins Gespräch.

Grand Canyon South Rim
Grand Canyon South Rim
F2.8 || 1/3200sek. || ISO 200 || @ 12mm

Das Wetter verschlechterte sich nun rasch – aus strahlend blauem Himmel wurde eine recht dichte Wolkendecke. Es war auch nicht sonderlich warm, aber das war ja bereits vom Wetterbericht angekündigt. Nach dem letzten Viewpoint schaute ich dann auf die Tanknadel – Sprit für 15 Meilen. Ok – nun muss schnell tanken fahren – es ging also nach Tusayan.

Tusayan

Dass Tanken am Grand Canyon teuer ist, wusste ich noch von 2014 – dass ich aber fast genauso viel wie im Death Valley zahlen muss, hätte ich nicht gedacht. Mir fiel kurz die Kinnlade runter. Ich kaufte noch ein Paar Snacks für den Abend und schaute im großen National Geographic IMAX Visitor Center vorbei – jedoch nur im Shop – ein paar feine Sachen hatte ich am Ende auch gefunden. Danach fuhr ich wieder in den Park da ich auch irgendwann meine Campsite finden wollte und schließlich noch mein Auto für die Nacht vorbereiten musste.

Mather Campground

Nach dem schnellen Check-In am Campground Eingang ging es direkt auf meine Campsite. Es war mittlerweile recht frisch geworden, die Sonne war weg und es wurde merklich kälter. Da ich die letzten Nächte ja ausschließlich gezeltet habe, ließ ich den Wagen und vor allem den Kofferraum ein wenig “schleifen”. Und so sah es auch im Auto aus – es dauerte eine ganze Weile bis ich alles was so herum flog sortiert und einigermaßen sinnvoll verstaut hatte und somit dann auch das Bett vorbereiten konnte.

Hinter mir knisterte es kurz und ich sah dann diesen netten Kameraden hinter mir stehen und nach Futter suchen.

"Deer" auf dem Mathers Campground
“Deer” auf dem Mathers Campground
F8 || 1/50sek. || ISO 1600 || @ 89mm

Bei all der Vorbereitung für die Nacht habe ich dann total verpennt dass der Sonnenuntergang ja gleich bevorsteht – und die Sonne geht hier eine Stunde früher unter als noch in Utah. Ich spurtete mich zum Visitor Center um noch die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. Am Mathers Point war reichlich was los – wobei die anderen Leute deutlich früher da waren als ich.

Sonnenuntergang am Visitor Center
Sonnenuntergang am Visitor Center
F8 || 1/60sek. || ISO 500 || @ 17mm
Sonnenuntergang am Mathers Point
Sonnenuntergang am Mathers Point
F4 || 1/60sek. || ISO 250 || @ 12mm

Als ich dann Heißhunger bekam und etwas warmen brauchte fuhr ich zur Yavapai Logdge die auf dem Weg zum Campground lag. Mit einer kleinen Pizza und einer Cola, dazu American Football auf den TVs und einem mehr schlechten WiFi vertrieb ich mir noch die Zeit eher ich mich auf meinem Schlafplatz begab. Eines wusste ich – der Kauf der Jogginghose und der Mütze dürfte sich gelohnt haben.

 

Die Eckdaten zum sechszehnten Tag:

Zurückgelegte Distanz Auto:

Paria Outfitters
Page32 Meilen
Marble Canyon Balanced Rocks50.4 Meilen
Tusayan133 Meilen
Mathers Campground6 Meilen
Visitor Center1.3 Meilen
Mathers Campground1.3 Meilen
Gesamt224 Meilen (360 Km)

 

Zurückgelegte Distanz zu Fuß:

Gesamt (geschätzt)1 Meilen (1.6 Km)

 

 

 

 

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