Tag 6 – 13.09.2017 – Death Valley – Tag 2 im Wartezimmer zur Hölle

Nach dem ersten Tag im Wartezimmer zur Hölle….richtig…kommt der nächste Tag. Die Nacht hier in Furnace Creek im Death Valley war ziemlich schwierig. Immerhin kam ich auf die Idee ein feuchtes Handtuch in die hintere Wagentür zu klemmen um somit das Fenster unten lassen zu können. So kam zumindest anfangs kühler Wind ins Auto. Der Rest der Nacht war mehr ein Versuchen einzuschlafen und ständiges Umdrehen.

Ca. 2. Uhr Nachts kam ich schlaflos auf die Idee noch eine Runde zu drehen und mal zu schauen ob ich am Zabriskie Point die Milchstraße ablichten kann. Am Point angekommen, mit Taschenlampe und Stativ bewaffnet ging ich den Weg hoch auf den Hügel. Kurz bevor ich oben war hörte ich ein Tapsen. Ich blieb stehen und bemerkte 10 Meter vor mir einen Coyoten meinen Weg kreuzen. Wir schauten uns gegenseitig blöd an. Er lief nach links weiter, ich dagegen rückwärts. Ihm wollte ich nicht nochmal begegnen, seine Coyoten-Kollegen hörte man in der Ferne jaulen.

Ich entschied mich wieder auf den Campground zu fahren. Irgendwann schlief ich dann auch wirklich ein. Um 06:20 Uhr war die Nacht aber schon vorbei. Geplättet wachte ich auf und machte mich direkt auf Richtung Zabriskie Point zum Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Zabriskie Point im Death Valley

Es war noch früh – nur wenige Leute waren zunächst hier am Viewpoint. Ich kam mit einem älteren Herren ins Gespräch. Nach seinen Aussagen schien er schon eine Weile hier zu sitzen. Ehe ich das erste Foto machte verging einige Zeit.

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Nach und nach blickte die Sonne über die hohen Berge ins Tal. Zunächst wurden die Berge im Hintergrund angestrahlt. Das Licht wanderte schön über den Valley-Floar. Der Himmel färbte sich von einem Blauspektrum zu einem wunderbaren Rosé/Lila. Wunderschön.

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Ich baute meine Yi 4K Action-Cam auf um ein schönes Timelapse aufzunehmen (ich bin noch im Schneide Prozess – mal sehen wann dieses Projekt abgeschlossen sein wird). Die Spannung stieg, denn der  Moment, wenn die Sonne die Spitze des höchsten Peaks der Zabriskie Badlands erreicht, ist wirklich magisch. Schon bald war es soweit.

Die Badlands füllten sich mit Licht.

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Kurz nachdem das Licht in die Badlands trifft ist die Magie aber auch bereits vorüber, denn es wird hell und grell. Ich unterhielt mich noch einen Moment mit dem freundlichen älteren Herren und packte dann meine Sachen ein und lief zum Auto.

Es ging nicht direkt weiter, denn ich fuhr zunächst nach Furnace Creek zum Campground und kaufte mir einen Orangensaft und ein Sandwich zum Frühstück. Es war schließlich noch früh am Morgen. Richtig fit war ich nach der Nacht nicht.

Erst um 10:20 Uhr ging es nach ein wenig Power-Napping weiter.

Artist Drive im Death Valley

Der Artist Drive ist eine Nebenstraße zur Badwater Road. Der Drive geht tief in die Badlands hinein, mit dem Ziel “Artists Palette”. Es ist eine Einbahnstraße. Direkt nach ein Paar hundert Metern kann man bereits das erste Mal das Auto verlassen. Es bietet sich ein herrliches Panorama.

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Das tollste am Artist Drive – meiner Meinung nach – ist die Fahrt an sich ! Natürlich werden viele die Artists Palette toll finden, vor allem jene die gerne malen und sich künstlerisch betätigen. Ich fand die Palettes schon 2014 nicht all zu spannend.

Artist Drive - ein Blick in den Seitenspiegel
Artist Drive – ein Blick in den Seitenspiegel

Ein Blick in den Seitenspiegel zeit den tollen Ausblick über den Drive und die dahinterliegende Salzfläche des Badwater Basin. Lasst eure Blicke öfters mal in den Seitenspiegel schweifen, ihr werdet, egal wo ihr seid, immer wieder neue tolle Motive entdecken die mit der Kombination aus Spiegel und Unschärfe toll wirken.

Artist Drive - The Dip
Artist Drive – The Dip
Artist Drive - The Dip
Artist Drive – The Dip

Diese Stelle auf dem Drive ist einer der besten. Es geht kurz steil nach unten, während es kurz darauf wieder den Berg hinauf geht. Mit etwas mehr Schwung macht diese Stelle richtig viel Spaß. Aber Obacht ! Es folgt eine Rechtskurve die nicht einsehbar ist.

Später folgt noch ein Dip und solch eine Berg- und Talfahrt, mit einer Linkskurve. Diese kann man ebenso wenig einsehen. Also – Fuß immer bremsbereit halten.

Artist Drive
Artist Drive

Nach dem Geschlängel durch diese tolle Landschaft erreicht man die Artists Palette. Die Felsen sind in Pastellfarben gefärbt. Leider bei Tageslicht bzw. voller Helligkeit nicht wirklich spektakulär – in der Abendstimmung wird diese Felsformation von der Sonne angestrahlt und nach Sonnenuntergang auch entsprechend gefärbt. Auf der Info-Tafel kann man ungefähr erahnen wie es aussehen kann.

Artist Drive - Artists Palette
Artist Drive – Artists Palette

Hat man genug von de Palettes erfolgt die Fahrt hinunter ins Tal. Die Straße schlängelt sich nochmal intensiver durch die Felslandschaft, teilweise durch regelrechte Spitzkehren. Auch hier sollte man es mit dem Tempo nicht übertrieben – vor allem nicht mit einem Schiff wie dem Chevrolet Tahoe.

Golden Canyon im Death Valley

Vom Artist Drive fuhr ich zum besagten “goldenen Canyon”. Diesen Canyon ließ ich 2014 aus. Heute wollte ich diesen Hike unbedingt bestehen…auch wenn bereits sehr heiß war. Es war bereits 11:50 Uhr. Die Warnschilder direkt am Trailhead weisen wie schon am Vortag darauf hin, nicht nach 10 Uhr Morgens in den Canyon zu laufen. Diese Schilder findet man überall im Death Valley…gerade da wo sich Leute selbst überschätzen und weite Wanderungen auf sich nehmen.

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Ich lief los. Nach einigen hundert Metern bekam ich Schmerzen im Bein, was mir das Laufen deutlich erschwerte. Ich musste immer wieder eine kleine Sitzpause machen. Das fiese – und damit habe ich meist immer so meine Problemchen – es ging immer leicht bergauf, auf losem Geröll.

Die Hitze machte sich auch im Canyon bemerkbar. Schatten war zumindest am Anfang noch vorhanden, ich konnte immer rechts eng an der Felswand laufen um mich im Schatten zu bewegen. In der prallen Sonne (die von rechts kam), war es unerträglich heiß.

Nach fast genau einem Kilometer kommt eine Abzweigung. Im Grunde ist es gar keine Abzweigung- der Haupt Trail (Interpretive Trail) geht normal rechts weiter. Nach links geht zwar auch ein Canyon, der aber viel eher ein großer Wash ist. Ich hatte nicht auf die Karte am Trailhead geschaut.

Leider hatten ein Paar lustige Herrschaften Cairns in Richtung des linken Canyons gebaut – ich folge diesen Steinhaufen. 500 Meter lief ich in den Canyon hinein – es ging steiler hinauf als bisher. Irgendwann merkte ich dass mir niemand mehr entgegen kam. Das konnte nicht stimmen. Ich holte mein Handy aus dem Rucksack und schaltete GPS und meine Hiking App an. Ich stand also in diesem Seitencanyon, weit entfernt vom eigentlichen Weg.

Na klasse ! Ich kehrte um und tigerte die 500 Meter wieder zum Abzweigung und trat die irreführenden Cairns um. Was sich manch einer bei sowas denkt ist unverständlich, schließlich kann so eine Irreführung bei den Temperaturen hier auch schnell gefährlich werden.

Kurz überlegte ich ob ich überhaupt den Weg weiter gehen soll, es wurde stetig heißer.

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Ich lief doch weiter – viele Fotos machte ich nun nicht mehr. Ich war mehr mit mir und der Hitze beschäftigt, als dass ich mich auf das Fotografieren konzentrieren konnte. Jedes kleine Stück Schatten nutzte ich aus um kurz zu pausieren. Leider stand die Sonne mittlerweile so hoch dass die Felswände nun kein Schattenspender mehr waren.

Nicht nur von den Farben her glühte der Canyon. Zum Ende hin traf ich ein Pärchen aus Österreich. Die beiden hatten mich zuvor überholt, machten dann jedoch Pause im Schatte als ich wieder auf sie aufschloss. Wir kamen ins Gespräch…erzählten von unseren Touren und was noch auf dem Plan stünde. Die letzten Paar hundert Meter gingen wir gemeinsam.

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Kurz vor der Red Cathedral, die das Ende bzw. das Ziel der Wanderung ist, drehten wir jedoch um. Auf diese Kraxel-Einlage wollte sich keine von uns in der Hitze einlassen. Ich probierte es kurz, aber wirklich guten Halt hatte ich auf dem Felsen nicht, einen Sturz wollte ich definitiv vermeiden.

Es hieß natürlich den Weg bis zum Auto bergab hinunter zu laufen. Bergab war vom Gefühl her besser. Jedoch schien mir die Sonne nun voll ins Gesicht. Von Schatten keine Spur mehr. Schon auf dem Weg hinauf merkte ich jedes Mal, wenn mich die Sonne direkt traf, dass ich merklich langsamer wurde. Im Schatten dagegen lief es besser. Die Sonne ist echt brutal hier im Wartezimmer zur Hölle.

Für den Rückweg ließ ich die Kamera nur noch am Gurt baumeln. Ich war froh dass ich bald schon am Auto sein werde. Aber es zog sich. Zu der Hitze gesellte sich nun noch eine Verspannung im Schulterblatt. Ich lief nicht mehr rund.

Doch dann war ich doch endlich wieder am Parkplatz.  Ich kann jedem nur empfehlen die 2.4 Km nicht um diese Tageszeit zu laufen. 2.4 Km hört sich zwar nicht viel an, aber die Hitze macht es wirklich schwer. Wenn ihr auch diesen Hike machen wollt, geht am früher Morgen, oder am Vorabend wenn die Sonne nicht mehr hoch am Himmel steht und den Canyon direkt trifft.

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Mittagspause am Campground

Heute war es heißer als gestern und ich fühlte mich auch nicht mehr so wohl nach der vorherigen Wanderung. Ich fuhr auf den Campground und parkte den Wagen im Schatten der Bäume. Eine Pause war wirklich nötig.

Mittagspause auf dem Campground - Furnace Creek
Mittagspause auf dem Campground – Furnace Creek
Mittagspause auf dem Campground - Furnace Creek
Mittagspause auf dem Campground – Furnace Creek

Ich verlängerte die Mittagspause bis 17:30 Uhr. Im Auto nahm ich eine Mütze volle Schlaf auf der Rückbank. Erst danach ging es wieder weiter. Ich wollte gezielt der Hitze aus dem Weg gehen.

Was ich unbedingt noch fotografieren wollte waren die alten Wagen und co. im Furnace Creek Ranch Museum. Ich liebe solche alten Dinge…vor allem aber die tolle alte Lokomotive.

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Stovepipe Wells und Mesquite Sand Dunes- Death Valley

Um 18:15 Uhr ging es dann fix nach Stovepipe Wells. Heute ist der Tag an dem British Airways die Lieferung meines Koffers ankündigte. Ich war total gespannt und hoffnungsvoll dass ich endlich auf mein gesamtes Equipment zugreifen kann.

Kurz vor 19 Uhr kam ich in Stovepipe Wells an und ging die die Lobby des Hotels. In der klimatisierten Lobby kühlte ich mich ein wenig ab. Es waren einige Herrschaften vor mir an der Reihe, ich wartete hier gerne 🙂 Der Chef bemerkte mich dann und rief “hey...Ihr Koffer ist da”. Juhu ! Endlich ! Ich war happy und schnappte mir nach kurzem Ausweisen mit meinem Reisepass (es könnte ja jeder kommen und behaupten der Koffer sei ihm) meinen Koffer und ging zum Auto.

Vor dem Village, was ich ja zwei Tage vorher nur im Dunkeln sah, machte ich einige Fotos bevor ich den Koffer ins Auto hiefte.

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Rasch kaufte ich mir im Store zwei flaschen Gatorade und eilte zu den Mesquite Sand Dunes. 2014 sah ich die Dünen nur während der Mittagshitze (ich lief nur wenige Meter hinaus in den Sand) und einem sehr fiesen Wind, der das Fotografieren sehr schwierig machte da mir stets Sand ins Gesicht peitschte.

Heute war es sehr windstill an den Sand Dunes. Ca. 350 Meter lief ich hinaus in die Dünen.

Mesquite Sand Dunes - Death Valley
Mesquite Sand Dunes – Death Valley

Ich suchte mir ein Plätzchen wo ich die tollen Krusten am Boden schön fotografieren konnte. Die Sonne war schnell hinter den Bergen verschwunden. Hier merkte ich wie sehr ich mich auf Fotos konzentrierte anstatt den Moment und die Stimmung zu genießen. Es ist ein für und wider !

Mesquite Sand Dunes - Death Valley
Mesquite Sand Dunes – Death Valley
Mesquite Sand Dunes - Death Valley
Mesquite Sand Dunes – Death Valley

Als die Sonne nicht mehr da war, wurde es dunkel – mein Stativ hatte ich im Auto gelassen. Freihand Fotos machen war nun schwierig. Ich hatte genug und schlenderte zufrieden zurück zum Auto.

Tote Bäume Mesquite Sand Dunes - Death Valley
Tote Bäume Mesquite Sand Dunes – Death Valley
Mesquite Sand Dunes - Death Valley
Mesquite Sand Dunes – Death Valley

Ich hatte endlich meinen Koffer, es war ein wunderbarer Tag. Was will man mehr ? Ich fuhr los in Richtung Campground in Furnace Creek. Die Dunkelheit holte mich sehr schnell ein. Es war toll in die Nacht hinein zu fahren.

Am Campground machte ich den Wagen bettfertig. Heute jedoch endlich mit dem Fliegennetz für die Fenster. Somit bestand zumindest die Chance etwas besser zu schlafen als die Nächte zuvor. Noch lange saß ich dann in meinem Campingstuhl, aß noch das was übrig war und gönnte mir zwei Bier. Wann ich mich schlafen legte weiß ich nicht mehr … doch von Schlaf war zunächst keine Spur. Der Campground war etwas voller….6-7 Autos zählte ich, darunter ein Wohnmobil. Dass gegen 0 Uhr dann ein Pärchen anfing ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen – und dies mit einem hohen Lautstärkepegel, so dass es jeder auf dem Campground hören musste – hielt mich zunächst eindeutig vom schlafen ab. Mein Gemütszustand schwankte von “amüsiert” bis “genervt” 🙂

Irgendwann war jedoch Ruhe – und ich schlief endlich nach 3 Tagen wieder richtig gut.

 

 

Die Eckdaten zum sechsten Tag:

Zurückgelegte Distanz Auto:

Start: Furnace Creek Campround
> Zabriskie Point
> Furnace Creek Campround
> Zabriskie Point
> Artist Drive
> Golden Canyon
> Furnace Creek Campround
> Stovepipe Wells
> Mesquite Sand Dunes
> Furnace Creek Campround

91,2 Meilen = 147 Km

 

Zurückgelegte Distanz zu Fuß:

Zabriskie Point: 2 x 0.38 Meilen
Golden Canyon: 1.5 Meilen
Mesquite Sand Dunes: 0.44 Meilen

2.32 Meilen = 3.74 Km

 

Ausgaben:

Snacks & Essen – $13.00

 

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