Tag 8 – 15.09.2017 – Ein Wandertag im Bryce Canyon

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Als ich heute Morgen im Bryce Canyon aufwachte bestand zunächst Schockstarre aufgrund der Kälte. Ich mochte irgendwie nicht aus meinem warmen Schlafsack auftauchen. Aber da am Sunset Point der Sonnenaufgang bevorstand musste ich mich doch aus dem Schlafsack pellen und mich gegen meinen Willen kurz aus dem Auto begeben.

Die Heizung und die Sitzheizung liefen direkt auf Hochtouren. Es waren noch knapp 1-2 Grad Celsius. Ich fuhr zum Parkplatz des Sunset Points. Es war noch ziemlich dunkel. Ich zog mir entsprechende Klamotten an die mich einigermaßen warm halten würden, schnappte mein Stativ und die Kamera und ging rüber zum Viewpoint. Noch war ich der einzige hier, was sich aber rasch ändern sollte.

Die ersten Fotos machte ich noch als die Sterne und der Mond gut zu sehen waren. Gegen 06:40 begann ich dann mir meine Spots für den Sonnenaufgang zu suchen.

Der Bryce Canyon

Der Bryce Canyon, die Abbruchkante an der ich mich hier befand, ist Teil des Paunsaugunt-Plateaus. Dieses Plateau liegt im Gebiet des Grand Staircase. Auf rund 2400 Metern Höhe bildeten sich die beiden Abbruchkanten des Cedar Breaks und Bryce Canyon vor mehreren hundert Millionen Jahren. 

Dieses riesige Gebiet bildet zusammen mit dem Zion Canyon und weiteren berühmten Gebieten wie dem Vermillion Cliffs eine Art “Treppenhaus”, daher auch der Name Grand Staircase. Die Stufe die der ‘Bryce’ zusammen mit Cedar Break bildet wird “Pink Cliffs” genannt. Vom ‘Bryce’ aus führt das Treppenhaus hinunter bis an den Grand Canyon. Mehr dazu erfährst du unter folgendem Link: Grand Staircase auf Wikipedia

1924 wurde der Bryce Canyon als National Monument deklariert, 1928 wurde er zum Nationalpark. Seinen Namen hat der Canyon von Ebenezer Bryce, der sich ca. 1875 hier niederließ.

Das einzigartige des Bryce Canyons sind seine ‘Hoodoos’ die über Jahrmillionen durch Erosion entstanden sind. Diese teils sehr feinen nadelförmigen Spitzen findet man überall im Park.

Sonnenaufgang am Sunset Point

Zu anfangs bewegte ich mich sehr intensiv mit meinem Stativ, lief von einer Seite des Viewpoints auf die andere, schaute nach schönen Blickwinkeln und was ständig am umherwuseln.

Bryce Canyon - vor Sonnenaufgang am Sunset Point
Bryce Canyon – vor Sonnenaufgang am Sunset Point
F2.8 || 3.2sek. || ISO 100 || @ 12mm

Ein Pärchen war dabei sich auf den kurzen Weg bis zum “Thor’s Hammer” zu machen. Ihre Taschenlampe erzeugte wunderbare Effekte und Spuren auf dem Trail. Ich blieb derweil noch oben am Viewpoint und genoss nun auch die Stimmung unter den Leuten die sich zu mir gesellten. Es war sehr friedlich – alle hielten ein wenig inne und warteten auf den Sonnenaufgang.

Nach und nach fingen die vielen feinen und spitzen Hoodoos an zu leuchten. Der Himmel verfärbte sich, die Wolken am Himmel zauberten eine wunderbare Szenerie. Um 07:15 war es dann soweit.

Bryce Canyon - Sunset Point - Sonnenaufgang
Bryce Canyon – Sunset Point – Sonnenaufgang
F14 || 1/40sek. || ISO 100 || @ 12mm

Ein absolut herrlicher Moment. Im Gegensatz zum Sonnenuntergang ist der Sonnenaufgang hier im Bryce wirklich spektakulär. Aber auch der Abend kann seine schönen Facetten haben. Ein Foto von mir selbst musste auch sein:

Bryce Canyon - Sunset Point - Ich
Bryce Canyon – Sunset Point – Ich
F9 || 1/20sek. || ISO 100 || @ 12mm

Mittlerweile war es eine ganze Menge Leute, das Gewusel war nun auch deutlich zu hören und ich hatte mich vom Viewpoint ganz oben auch bereits abgesetzt und war einige Meter den Trail hinunter gelaufen. Hier entstand dann auch mein absolutes Lieblingsfoto von diesem wunderbaren Morgen. Der Mann im Bild machte es dann für mich sogar ein wenig besonders, da man durch die Größenverhältnisse auch schön erkennen kann. Die Lichtverhältnisse waren ideal.

Bryce Canyon - Sunset Point - Das beste ?
Bryce Canyon – Sunset Point – Das beste ? 
F9 || 1/15sek. || ISO 100 || @ 20mm

Noch einige Minuten schaute ich mich um. Aber ich hatte was ich wollte und begab mich danach zum Auto. Vom Inspiration Point wollte ich nun auch noch ein Paar Fotos machen, packte daher meine Sachen in den Wagen und fuhr zum Parkplatz des Inspiration Points.

Als ich aussteigen wollte merkte ich dass meine Kamera mir meldete dass die SD-Karte voll sei. Ach herr je. Einfach die Karte wechseln wollte ich nicht. Meine ActionCam meldete mir übrigens das gleiche. Nun gut – ich kramte mein Notebook aus der Tasche, schloss meine externe Festplatte an und begann mit dem Sicherungsvorgang.  Das dauerte eine ganze Weile. Fast eine Stunde musste ich warten, was mir die Gelegenheit zu einem kleinen Power-Napping gab…was sich auf ich auf ca. 1.5 Stunden ausdehnte. Ein wenig müde war ich ohnehin noch.

Erst um 09:30 Uhr wurde ich wieder wach. Den Inspiration Point konnte ich bei dem Licht nun vergessen (zu grell), weshalb ich wieder zum Sunset Point fuhr um mich für meine Wanderung heute vorzubereiten und mich schließlich auf den Weg hinunter ins Tal zu begeben.

Navajo Loop

Vom Sunset Point ging es hinunter zum Navajo Loop. Ich entschied mich die Switchbacks (Serpentinen) der Navajo Loops hinunter zu laufen, durch die sogenannte Wall-Street hindurch. Von oben sieht das in etwas so aus. Hier hinauf laufen wollte ich vermeiden – daher – lieber runter !

Bryce Canyon - Navajo Loop Switchbacks
Bryce Canyon – Navajo Loop Switchbacks
F11 || 1/40sek. || ISO 100 || @ 12mm

Die Switchbacks selbst ist man schnell hinunter gelaufen. Es war noch ein wenig matschig vom gestrigen Unwetter. An manchen Stellen lag sogar noch Hagel, dort wo keine direkte Sonneneinstrahlung ist. Es waren bereits sehr viele Leute auf dem Trail. Die ersten begaben sich bereits heute Morgen, als ich noch beim Fotografieren war, auf die Wanderung.

Es war immer noch recht frisch – die Temperaturen waren irgendwo um die 7-8 Grad Celsius. Dennoch kam ich recht schnell ins Schwitzen in meiner Sweater-Jacke.

Ist man erstmal durch die Wall-Street hindurch kommt man in den Talbereich des Bryce Canyon, das Amphitheater. Hier erkennt man dann schnell was einen auf diesen Wanderungen alles erwartet. In der Wall-Street selbst steht 3 große Bäume, mitten in dieser Enge umgeben von Felswänden. Toll ! Leider war ich ohne Stativ unterwegs und konnte hier keine vernünftigen Fotos von machen – in dieser Engstelle war es zu dunkel und die Bilder waren leider verwackelt.

Bryce Canyon - Navajo Loop
Bryce Canyon – Navajo Loop
F9 || 1/100sek. || ISO 100 || @ 12mm

Nach knapp 20 Minuten kommt man an der Kreuzung zum Queens Garden Trail an. Man kann sowohl den Navajo Loop einzeln laufen, auf der anderen Seite der Switchbacks geht der Loop wieder hinauf zum Viewpoint. Der Queens Garden Trail mündet weiter nördlich wieder auf den Rim. Zusammen bilden der Navajo / Queens Garden Loop wohl einer der schönsten “kurzen” Wanderungen auf diesem Planeten. 4.6 Km windet sich die Kombination durch die Wälder und Hoodoos des Canyons. 177 Höhenmeter unter und auch wieder hinauf müssen für diese Wanderung überwunden werden. Gemessen an der Länge der Wanderung sind Gefälle und Steigung durchaus recht steil.

Bryce Canyon - Navajo / Queens Garden Junction
Bryce Canyon – Navajo / Queens Garden Junction
F9 || 1/100sek. || ISO 100 || @ 12mm

Nach einer kleinen Pause und einem Plausch mit einer Gruppe die an einer NationalGeographic geführten Tour teilnahm, machte ich mich auf den Weg zum…. nein. Nicht auf den Queens Garden Trail 🙂

Peek-a-Boo Trail

Mein Ziel war es die Kombination aus Navajo (hinunter), Peek-a-Boo Trail (komplett) und Queens Garden Loop (hinauf) zu laufen. Der Peek-a-Boo Trail führt einen dabei weiter südlich in Richtung Bryce Point, einem der schönsten Aussichtspunkte oben am Rim.

Der Peek-a-Boo ist mit 8.8 Km einer der anstrengenderen Wanderungen im Bryce Canyon. Von der Navajo/Queens Garden Junction führt der Weg durch einen Wash zur gegenüberliegenden Bergkette. Ab hier geht es zunächst steil bergauf. Auf der Karte sieht das dann so aus:

Zu Beginn wie erwähnt geht es zunächst steiler nach oben als erwartet. Erst wenn man das Plateau erreicht hat wird es etwas angenehmer.

Bryce Canyon - Blick auf den Peek-A-Boo Trail
Bryce Canyon – Blick auf den Peek-A-Boo Trail
F9 || 1/100sek. || ISO 100 || @ 28mm

Das schöne saftige Grün der Bäume geht hier oben ein wenig verloren – dafür ist der Ausblick dagegen umso besser. Bis ich oben angekommen war, war ich komplett durchgeschwitzt. Im Sommer ist dieser Trail definitiv nichts für mich, denn es wäre noch ansträngender bei der Hitze hier hinauf zu müssen. Die Temperaturen stiegen aber heute nun auch an da die Sonne schien. Es wurde stets merklich wärmer. Mein Sweatshirt hatte ich bereits im Rucksack verstaut.

 

Bryce Canyon - Peek-A-Boo Trail
Bryce Canyon – Peek-A-Boo Trail
F10 || 1/125sek. || ISO 100 || @ 12mm

Hat man diese Anhöhe endlich geschafft und kommt über den Scheitelpunkt eröffnet sich ein unfassbarer Ausblick. Und das tollste – es geht nun wieder ein wenig bergab. Auf diesem Teil des Trail war ich überwiegend alleine. Mich überholten zuvor einige beim Aufstieg…die waren aber ohnehin weitaus schneller als ich. Generell ist der Peek-a-Boo zwar schon gut frequentiert, aber mit nichten so sehr wie Blockbuster Hike “Navajo/Queens Garden Loop”. Hier kann man den Leuten doch ein wenig aus dem Weg gehen und hat seine Ruhe.

 

Bryce Canyon - Peek-a-Boo Trail Hoodoo
Bryce Canyon – Peek-a-Boo Trail Hoodoo
F9 || 1/125sek. || ISO 100 || @ 12mm

Ab hier brauchte ich eine ganze Weile bis wieder “Meilen” machte. Denn ständig fand ich neue, faszinierende Blickwinkel in das Tal. 2014 hatte ich den Bryce bereits einmal besucht, jedoch nur vom Rim aus den Ausblick genossen. Hier nun mittendrin statt nur dabei zu sein, war großartig. Auch die Wahl, den beschwerlichen Trail auf mich zu nehmen war genau die richtige Entscheidung…zumindest was Fotos anging. Da es nun zunächst bergab ging konnte ich auch ein wenig durchatmen und mich vom Aufstieg erholen.

Im Tal selbst war es recht frisch. Die Felswände spendeten Schatten – an einem großen Felsen der am Wegrand lag machte ich die erste Rast und “frühstückte”. Dass es nach dieser Pause dann wieder maßlos anstrengend wurde, hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Aber es kam so.

Es ging wieder in Serpentinen den Weg hinauf. Hier an der Kreuzung kann man sich entscheiden ob man den Peek-A-Boo nun zurück läuft (Beginn des zweiten Teilstücks), oder oben man den kurzen aber steilen Weg hinauf zum Bryce Point läuft. Man kann von hier aus dem Shuttle Bus wieder Richtung Park-Eingang fahren – entlang des Rims zurück zum Auto müsste ich also nicht laufen.

Aber ich blieb natürlich auf dem Peek-a-Boo Loop.

Bryce Canyon - Peek-a-Boo - hinauf zum Bryce Point ?
Bryce Canyon – Peek-a-Boo – hinauf zum Bryce Point ?
F8 || 1/125sek. || ISO 100 || @ 12mm

Welches Teilstück nun am Ende das schwerere war, könnte ich nicht sagen. Ich weiß nur dass ich am dem Rückweg zur Navajo Junction einige Male dachte “boah, nee – ich mag nicht mehr”.

Ich traf eine Rangerin die mit mir einige Zeit lief, jedoch konnte ich nicht ihr Tempo mitgehen – und – ich hielt so zudem von der Arbeit ab, da sie auf Kontrollgang war und stets Meldung mit dem Funktgerät machte. Auf dem Teilstück lagen einige Punkte im Schatten, es war daher an manchen Stellen sehr nass und matschig.

Als ich einige Meter hinter der Rangerin zurückgefallen war, musste ich plötzlich an meinen Campground denken. Ich hatte meinen Stuhl vergessen, und den Campingkocher der noch dort stand. In der Dunkelheit heute Morgen dachte ich “ach, lass stehen – den hole ich nachdem ich vom Sonnenaufgang komme”. Da ich aber zum Inspiration Point fuhr, dort ein Nickerchen machte und dann direkt auf die Wanderung ging, kam ich nicht mehr zum Campground zurück.

Schnell schoss es mir durch den Kopf – Die Rangerin könnte ja unter Umständen mal einen Funkspruch für mich loswerden. Ich holte sie ein und fragte sie. Sie kontaktierte den Campground-Host (einer ist immer dort für alle Belange der Campground-Gäste), er sagte dass er nachsehen geht und ich die Sachen dann bei ihm abholen könne. Ich war direkt wieder ein wenig beruhigt.

Bryce Canyon – Peek-a-Boo Trail - die Rangerin
Bryce Canyon – Peek-a-Boo Trail – die Rangerin
F8 || 1/125sek. || ISO 100 || @ 12mm

Das letzte Stück des Trail zog sich in die Länge. Aber es war nicht mehr all zu weit …zumindest bis zur Navajo Junction. Unterwegs traf ich zwei ältere Herren die mit großen Fotoausrüstung unterwegs waren.

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Bryce Canyon – Peek-a-Book Trail
F11 || 1/50sek. || ISO 100 || @ 12mm

Auf dem Weg hinab in das Tal kamen wir ins Gespräch und liefen den Rest zusammen. Sie waren beeindruckt dass ich so weit aus Deutschland hier herkomme und es nun schon meine dritte Reise in den Südwesten war. Wir tauschten uns bzgl. einiger Fotospots in Utah aus. Mittlerweile war die Sonne nahezu überwiegend verschwunden.

Bereits als ich noch unten im Tal war und danach den Aufstieg für den Rückweg begann zog sich der Himmel zu, viele dunkle Wolken waren am Himmel zu sehen. Gedanken musste ich mir aber keine machen. Für heute war kein Regen vorhergesagt.

Die beiden Herren machten kurz eine Pause – ich verabschiedete mich und spurtete mich das letzte Stück hinunter ins Tal. Es war rund 14 Uhr und es kamen einige Leute entgegen die den Trail nun erst begannen.

Durch die Wolken war es deutlich angenehmer zu wandern als zuvor in der prallen Sonne. Endlich war ich wieder am Trailhead des Peek-a-Boo Loops angekommen. Juhu – geschafft ! Weitere 8.8 Km lagen nun also hinter mir.

Auf dem Verbindungstrail zwischen Peek-a-Boo und Navajo/Queens Garden Loop fand ich dieses Eichhörnchen – dick und prall saß es zunächst oben auf einem Felsen und futterte etwas. Danach scharrte es ein wenig am Boden umher. Netter Weise hielt es immer sehr schön still wenn ich Fotos machen wollte.

Bryce Canyon - Squirrel
Bryce Canyon – Squirrel
F9 || 1/125sek. || ISO 100 || @ 12mm

An der Navajo / Queens Garden Junction machte ich dann meine zweite längere Pause. Insgesamt 30 Minuten ließ ich mir Zeit für Essen, Trinken und ein wenig Entspannung. Um 14.30 Uhr ging es aber bereits weiter.

Queens Garden Loop

Der Queens Garden Loop beginnt sehr flach und eher unspektakulär. Man bewegt sich rasch im Irrglauben dass dies nun so weitergeht und der Trail leicht bleibt.

Bryce Canyon - Queens Garden Loop
Bryce Canyon – Queens Garden Loop
F8 || 1/250sek. || ISO 100 || @ 12mm

Der Trail macht einen längeren Bogen der in dein Waldstück hinein führt. Ich beeilte mich nicht wirklich, machte zwischendurch auch wieder ein Päuschen von 5 Minuten und genoss die Landschaft. Was direkt auffällt ist dass man auf diesem Trail nun deutlich mehr Leuten begegnet. Der Queens Garden Trail ist sehr beliebt – auch wenn ich ihn nicht gerade als Trail für Jedermann einstufen würde.

Der spektakuläre Teil des Queens Garden folgt erst nach der “Queen Mary”, einem Felsen der aussehen soll wie die Queen Mary in ihrem Kleid. Naja… ich fand den Hoodoo nicht sonderlich spannend und ein wenig “Imagination” braucht man auch um es richtig zu erkennen.

Im weiteren Verlauf des letzten Teilstücks des Queens Garden Trails bekommt man dann aber noch einmal alles geboten – von Hoodoos über tolle Serpentinen bis hin zu tollen Bäumen die sich in diese zerklüftete Landschaft angepasst haben.

Bryce Canyon - Queens Garden Loop
Bryce Canyon – Queens Garden Loop
F8 || 1/250sek. || ISO 100 || @ 12mm

So richtig lustig fand ich die immer wiederkehrenden steilen Anstiege nun nicht mehr. Wie bereits erwähnt – ich würde den Trail nicht für jeden empfehlen da gerade am Ende, als es zum Rim hinauf geht, der Trail noch einmal mächtig anzieht. Nach einer langen Wanderung ist es wirklich mühselig seinen geschundenen Füße hier hinauf zu tragen.

An der Stelle ein kleiner Einschub:

Aber – es lohnt sich halt. Was man hier noch alles sieht ist einfach unglaublich schön. Viele mögen sagen dass der Bryce Canyon eher “eintönig” ist. So ganz kann ich dem nicht widersprechen. Denn wer sich am Rim (Abbruchkante) bewegt, der sieht den Bryce nur von oben. Hier kann sich recht schnell ein Sättigungsgefühl einstellen. Für Wanderungen im Tal kann ich das nicht unterschreiben. Ja – zugegeben es folgt ein Hoodoo auf den anderen und man kann schon erahnen was vielleicht hinter der nächsten Kurve auf einen wartet.

Aber es sind dennoch einmalige Ausbicke und Blickwinkel die sich immer wieder aufs Neue bieten. Ein Canyon – z.b. im großen Gebiet des Escalante dürfte durchaus facettenreicher sein. Ein Besuch im Bryce Canyon benötigt daher meiner Meinung nach nicht mehr als einen ganzen Tag. Entweder man hält sich am Rim auf (da dürfte ein 3/4 Tag reichen) oder man wandert einen der längeren Trails. Beides lässt sich gut an einem Tag abdecken. 

 

Bryce Canyon - Queens Garden Loop
Bryce Canyon – Queens Garden Loop
F8 || 1/200sek. || ISO 100 || @ 12mm

Es war nun nicht mehr weit. Meine Füße wollten mich heute aber nicht mehr so recht tragen. Für die insgesamt 3.1 Km musste ich 1 3/4 Stunden aufwenden.

Die letzten großen Anstiege schnaufte ich wie eine Dampflok. Die Leute die mir entgegen kamen amüsierten sich ein wenig, einige sprachen mich an. Als ich erwähnte dass ich die große Runde inkl. Peek-a-Boo gelaufen bin und bereits eine ganze Weile unterwegs war, erntete ich aber schließlich mehr Zuspruch und Lob.

Den Rim erreichte ich endlich um 15.35 Uhr – total erleichert und völlig fertig. Kurz nach mir liefen auch die beiden älteren Herren vom Peek-a-Boo Trail ein. Wir drei schnaubten ein wenig um die Wette und waren auf der Suche nach der Luft die uns abhanden gekommen war. Die beiden setzten sich auf eine Bank und erholten sich, während ich noch einige Fotos vom Rim aus machte. Ich verabschiedete mich von den beiden und machte mich auf den Weg zu meinem Auto.

Der Rest vom Tag im Bryce Canyon

Ich machte mich rasch auf zu meinem Campground…ich musste ja meinen Campingstuhl und den Gaskocher noch einsammeln. Leider – und ich war richtig stinkig danach – hatte der Campground Host nur meinen Stuhl gefunden. Der Gaskocher mit der Gasbuddel war weg. Es hatte sich irgendjemand bedient. Ok – vielleicht dachte jemand “hm, da hat jemand etwas nicht mehr gebraucht – ich bediene mich mal”.

Tsja – wohl eher eigene Schuld, ne ? Aber irgendwie schon blöd. Wer glaubt denn dass einem auf solch einem Campground etwas geklaut wird ? Ich war zunächst bedient. Der Campground Host entschuldigte sich bei mir – er hatte ja letztlich gar keine Schuld – aber ihm tat es wirklich leid. Im General Store sollte ich einen neuen finden, riet er mir.

Im Store wurde ich dann auch fündig, jedoch 40 Dollar für den Kocher plus 7 Dollar für die Gasbuddel. Das ärgerte mich wirklich !

Nach dem Einkauf fuhr ich nochmals in den Park, da ich mir die Viewpoints noch ansehen wollte.

Anschließend fuhr ich zu Ruby’s RV Campground (neben dem General Store) und buchte mir hier heute einen Campground da hier auf WiFi und Duschen zur Verfügung stehen und ich kein Cash mehr hatte um den North Campground zu zahlen.

Ich bereitete mein Auto für die Nacht vor und fing an mein Abendessen zu kochen. Der neue Campingkocher machte sich richtig gut. Ich genoss mein Abendessen, saß aber nicht mehr so lange draußen da es doch wieder empfindlich abkühlte.

 

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Die Eckdaten zum achten Tag:

Zurückgelegte Distanz Auto:

Start: North Campground
> Sunset Point
> Inspiration Point
> Sunset Point
> North Campground
> Ruby’s Inn General Store
> Rainbow Point
> Ruby’s Inn RV Park & Campground

47 Meilen = 76 Km

 

Zurückgelegte Distanz zu Fuß:

Navajo / Peek-A-Boo / Queens Garden Loop = 9.5 Meilen

Diverse: 0,3 Meilen

9.8 Meilen = 15.77 Km

 

Ausgaben:

Campingkocher / Gadbuddel / Diverses: $ 55.00

Ruby’s Inn RV & Camground: $ 30.00

 

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